Pflaumen richtig verwenden – frisch, gebacken oder eingekocht
Pflaumen gehören zu den beliebtesten Früchten des Spätsommers und frühen Herbstes. Ihr saftiges Fruchtfleisch und süß-säuerliches Aroma machen sie sowohl für den direkten Verzehr als auch für Kuchen, Kompott, Marmelade und herzhafte Gerichte interessant. Je nach Sorte unterscheiden sich Farbe, Form, Süße und Festigkeit teilweise erheblich.

Unter dem Begriff Pflaume werden zahlreiche Sorten und Untergruppen zusammengefasst. Dazu gehören unter anderem Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden, die jeweils ihre eigenen Eigenschaften besitzen. Während manche Früchte besonders saftig und weich sind, eignen sich andere aufgrund ihres festeren Fruchtfleisches hervorragend zum Backen.
Woher stammen Pflaumen?
Pflaumen werden bereits seit sehr langer Zeit kultiviert. Die heute verbreiteten Kulturformen entstanden vermutlich aus verschiedenen Wildarten und verbreiteten sich von Regionen Europas und Westasiens aus weiter.
Schon in der Antike waren Pflaumen als Lebensmittel bekannt. Mit der Zeit entstanden zahlreiche Sorten, die sich an unterschiedliche Klimazonen und Verwendungszwecke angepasst haben.
Heute werden Pflaumen in vielen gemäßigten Regionen angebaut. Auch in Deutschland, Österreich und anderen Teilen Mitteleuropas spielen sie während der Erntesaison eine wichtige Rolle.
Pflaume oder Zwetschge – was ist der Unterschied?
Zwetschgen gehören botanisch zur großen Gruppe der Pflaumen, unterscheiden sich aber in einigen Eigenschaften. Sie sind meist länglicher und besitzen eine eher blau-violette Schale.
Das Fruchtfleisch von Zwetschgen ist häufig fester und löst sich bei vielen Sorten besonders gut vom Stein. Außerdem enthalten sie meist etwas weniger Wasser als klassische runde Pflaumen.
Deshalb eignen sich Zwetschgen besonders gut zum Backen. Auf einem Blechkuchen behalten sie ihre Form besser und geben weniger Flüssigkeit an den Teig ab.

Mirabellen und Renekloden
Auch Mirabellen gehören zur Pflaumenfamilie. Die kleinen gelben Früchte schmecken meist sehr süß und aromatisch und werden gerne frisch gegessen oder zu Marmelade und Kompott verarbeitet.
Renekloden sind meist rund und können je nach Sorte grünlich, gelb oder rötlich gefärbt sein. Ihr Fruchtfleisch ist besonders saftig und häufig ausgesprochen süß.
Beide Varianten zeigen, wie vielfältig Pflaumen in Farbe und Geschmack sein können. Nicht jede Sorte eignet sich deshalb gleichermaßen für jedes Rezept.
Wie schmecken Pflaumen?
Reife Pflaumen schmecken süß, fruchtig und je nach Sorte leicht säuerlich. Direkt unter der Schale kann die Säure häufig etwas stärker ausgeprägt sein.
Sehr reife Früchte werden deutlich weicher und süßer. Weniger reife Pflaumen besitzen dagegen eine festere Konsistenz und können spürbar säuerlicher schmecken.
Beim Erhitzen intensiviert sich das fruchtig-süße Pflaumenaroma. Deshalb harmonieren die Früchte besonders gut mit Zimt, Vanille und verschiedenen warmen Gewürzen.
Welche Nährstoffe enthalten Pflaumen?
Pflaumen bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und liefern natürliche Kohlenhydrate in Form verschiedener Zuckerarten. Außerdem enthalten sie Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.
Dazu gehören unter anderem Vitamin C, Kalium und verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Dunkel gefärbte Sorten enthalten außerdem Farbstoffe aus der Gruppe der Anthocyane.
Die genaue Zusammensetzung hängt von Sorte und Reifegrad ab. Pflaumen können als frisches Obst gut Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein.
Frische Pflaumen und Trockenpflaumen
Werden Pflaumen getrocknet, verlieren sie einen großen Teil ihres Wassers. Dadurch konzentrieren sich Zucker, Energie und verschiedene Nährstoffe.
Trockenpflaumen schmecken entsprechend deutlich süßer und besitzen eine weich-zähe Konsistenz. Sie enthalten außerdem vergleichsweise viele Ballaststoffe.
Da Trockenpflaumen deutlich energiereicher als frische Früchte sind, werden sie üblicherweise in kleineren Portionen gegessen. Sie eignen sich für Müsli, Gebäck und verschiedene herzhafte Gerichte.
Wann haben Pflaumen Saison?
Die heimische Pflaumensaison beginnt je nach Sorte und Wetter häufig im Sommer. Die größte Auswahl findet man ungefähr zwischen Juli und Oktober.
Frühe Sorten erscheinen bereits im Hochsommer, während manche Zwetschgen erst im Spätsommer beziehungsweise Herbst geerntet werden.
Während der regionalen Pflaumensaison sind die Früchte häufig besonders aromatisch und eignen sich hervorragend zum Backen oder Einkochen.

Pflaumen richtig einkaufen
Reife Pflaumen sollten sich fest anfühlen, bei leichtem Druck jedoch etwas nachgeben. Sehr harte Früchte sind möglicherweise noch nicht vollständig ausgereift.
Die Schale sollte möglichst unbeschädigt sein. Kleine natürliche Verfärbungen sind dagegen nicht automatisch ein Qualitätsmangel.
Auf vielen Pflaumen befindet sich ein dünner weißlicher Film. Dieser natürliche Duftfilm oder Reif schützt die Frucht unter anderem vor Feuchtigkeitsverlust und ist kein Schimmel.
Was ist der weiße Belag auf Pflaumen?
Der matte weißliche Überzug auf frischen Pflaumen wird häufig als Bereifung oder Duftfilm bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine natürliche Wachsschicht der Frucht.
Sie schützt die Schale und kann ein Hinweis darauf sein, dass die Früchte nach der Ernte noch nicht stark angefasst wurden.
Vor dem Essen werden die Pflaumen einfach unter fließendem Wasser gründlich gewaschen. Die natürliche Wachsschicht ist kein Verderbniszeichen.
Müssen Pflaumen geschält werden?
Pflaumenschalen sind essbar und müssen normalerweise nicht entfernt werden. Sie tragen außerdem zur typischen Farbe und zum Geschmack der Früchte bei.
Für Kompott, Kuchen und Marmelade können Pflaumen deshalb einfach gewaschen, halbiert und entsteint werden. Beim Kochen wird die Schale ohnehin weich.
Wer eine besonders feine Sauce oder ein sehr glattes Fruchtpüree möchte, kann die fertige Masse anschließend durch ein Sieb streichen.
Pflaumen richtig entsteinen
Die gewaschene Frucht entlang der natürlichen Naht mit einem kleinen Messer rundherum einschneiden. Anschließend die beiden Hälften gegeneinander drehen.
Bei gut steinlösenden Sorten lässt sich der Kern problemlos herausnehmen. Bei anderen Pflaumen muss er mit der Messerspitze vorsichtig gelöst werden.
Die Kerne sollten nicht gegessen oder zerkleinert werden. Für Kuchen, Kompott und andere Speisen werden die Früchte grundsätzlich entsteint verarbeitet.
Pflaumen für Kuchen
Pflaumen und Zwetschgen gehören zu den klassischen Obstsorten für Blech- und Hefekuchen. Besonders Zwetschgen eignen sich aufgrund ihres festeren Fruchtfleisches hervorragend.
Die halbierten Früchte werden dicht auf den Teig gelegt und geben beim Backen Saft und Aroma ab. Zimt und Streusel sind besonders beliebte Ergänzungen.
Ein klassischer Pflaumen- oder Zwetschgenkuchen kann mit Hefeteig, Rührteig oder Mürbeteig gebacken werden und schmeckt frisch ebenso gut wie am nächsten Tag.
Pflaumenmus und Pflaumenkompott
Für Pflaumenmus werden die Früchte lange eingekocht, bis eine dicke, dunkle Masse entsteht. Häufig wird nur wenig zusätzlicher Zucker benötigt, da sich die natürliche Süße während des Einkochens konzentriert.
Zimt, Nelken oder Sternanis können zusätzliche Würze bringen. Je länger die Masse einkocht, desto kräftiger wird ihr Geschmack.
Pflaumenkompott bleibt dagegen deutlich fruchtiger und enthält meist noch sichtbare Fruchtstücke. Es passt hervorragend zu Joghurt, Milchreis, Kaiserschmarrn oder Grießbrei.
Pflaumen in herzhaften Gerichten
Pflaumen sind keineswegs nur für Süßspeisen geeignet. Ihre fruchtige Süße passt auch hervorragend zu kräftigem Fleisch, Käse und würzigen Saucen.
Besonders zu Ente, Schweinefleisch oder Wild können Pflaumen eine interessante fruchtige Komponente bilden. Auch Chutneys kombinieren die Früchte häufig mit Zwiebeln, Essig und Gewürzen.
Trockenpflaumen werden zudem gerne für Schmorgerichte und Füllungen verwendet. Ihre konzentrierte Süße bildet dabei einen angenehmen Gegensatz zu herzhaften Zutaten.
Welche Gewürze passen zu Pflaumen?
Zimt gehört zu den bekanntesten Begleitern. Auch Vanille, Nelken und Sternanis harmonieren hervorragend mit dem kräftigen Fruchtaroma.
Etwas Zitronensaft sorgt für zusätzliche Frische. Bei herzhaften Gerichten passen schwarzer Pfeffer, Ingwer oder sogar eine kleine Menge Chili.
Auch Mandeln, Walnüsse und Haselnüsse lassen sich hervorragend mit Pflaumen und Zwetschgen kombinieren.
Mini-Rezept: Schnelles Pflaumenkompott mit Zimt
Für etwa vier Portionen 500 Gramm Pflaumen waschen, halbieren, entsteinen und in Stücke schneiden. Die Früchte mit 50 Millilitern Wasser, zwei Esslöffeln Zucker und einer kleinen Zimtstange in einen Topf geben.
Alles langsam erhitzen und etwa zehn bis fünfzehn Minuten sanft köcheln lassen. Die Früchte sollen weich werden, aber nicht vollständig zerfallen.
Zum Schluss die Zimtstange entfernen und das Pflaumenkompott nach Geschmack mit etwas Zitronensaft abschmecken. Es schmeckt warm oder kalt zu Joghurt, Eis, Grießbrei oder Pfannkuchen.
Pflaumen richtig lagern
Noch etwas feste Pflaumen können für kurze Zeit bei Raumtemperatur nachreifen. Vollreife Früchte sollten dagegen besser kühl gelagert werden.
Im Gemüsefach des Kühlschranks bleiben sie meist einige Tage frisch. Vor der Lagerung sollten sie möglichst nicht gewaschen werden, da zusätzliche Feuchtigkeit den Verderb begünstigen kann.
Weiche oder beschädigte Früchte sollten möglichst schnell verarbeitet werden. Bei Schimmel oder fauligen Stellen empfiehlt es sich, die betroffene Frucht vollständig zu entsorgen.
Kann man Pflaumen einfrieren?
Pflaumen und Zwetschgen lassen sich sehr gut einfrieren. Dafür waschen, vollständig trocknen, halbieren und entsteinen.
Besonders praktisch ist es, die Hälften zunächst nebeneinander auf einem Tablett anzufrieren. Anschließend können sie in geeignete Gefrierbehälter umgefüllt werden, ohne stark zusammenzukleben.
Gefrorene Pflaumen eignen sich besonders für Kuchen, Kompott und Saucen. Nach dem Auftauen sind sie häufig weicher als frische Früchte und deshalb weniger gut für Rohkost geeignet.
Häufige Fragen zu Pflaumen
Was ist der Unterschied zwischen Pflaumen und Zwetschgen?
Zwetschgen sind eine Untergruppe der Pflaumen. Sie sind meist länglicher, haben festeres Fruchtfleisch und lassen sich häufig leichter vom Stein lösen.
Kann man Pflaumen mit Schale essen?
Ja. Die Schale ist essbar und muss nach gründlichem Waschen nicht entfernt werden.
Was ist der weiße Film auf Pflaumen?
Dabei handelt es sich meist um eine natürliche Wachsschicht, die die Frucht schützt. Sie ist kein Zeichen für Schimmel und wird vor dem Verzehr einfach abgewaschen.
Welche Pflaumen eignen sich am besten zum Backen?
Zwetschgen sind besonders gut geeignet, weil ihr Fruchtfleisch relativ fest bleibt und beim Backen weniger Flüssigkeit abgibt.
Kann man Pflaumen einfrieren?
Ja. Am besten werden sie vorher gewaschen, entsteint und halbiert. Sie eignen sich nach dem Auftauen besonders gut zum Kochen und Backen.
Sind Trockenpflaumen dasselbe wie frische Pflaumen?
Trockenpflaumen werden aus geeigneten Pflaumensorten hergestellt, denen ein großer Teil des Wassers entzogen wurde. Dadurch sind Zucker und Energie stärker konzentriert.
Wozu passen Pflaumen besonders gut?
Pflaumen harmonieren hervorragend mit Zimt, Vanille, Mandeln, Nüssen, Joghurt, Wild, Schweinefleisch und verschiedenen Käsesorten.
Pflaumen – vielseitige Früchte für süße und herzhafte Küche
Pflaumen verbinden saftiges Fruchtfleisch, angenehme Süße und eine feine Säure und lassen sich dadurch ausgesprochen vielseitig verarbeiten. Je nach Sorte eignen sie sich zum direkten Essen, Backen, Einkochen oder für herzhafte Gerichte.
Ob als klassischer Pflaumenkuchen, aromatisches Mus, Kompott oder fruchtige Ergänzung zu einer kräftigen Sauce – Pflaumen und Zwetschgen gehören zu den vielseitigsten Früchten des Spätsommers. Durch Einfrieren oder Einkochen lässt sich ihr charakteristisches Aroma zudem weit über die eigentliche Saison hinaus nutzen.
AI-Assisted: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung vom Autor geprüft und redaktionell überarbeitet.