Schüssel mit roter Soljanka, Petersilienblatt und Zitronenspalte, Brot und Gewürze daneben.
Suppen,  Vorspeise

Soljanka nach ostdeutscher Art: Mit diesen Zutaten schmeckt sie wie früher

Soljanka wie bei Oma – ein Klassiker, der am nächsten Tag noch besser schmeckt

Eine richtig gute Soljanka erkennt man oft schon an ihrer Farbe. Die kräftig rote Suppe mit reichlich Wurststreifen, Paprika und einer sämigen Tomatensauce gehört zu den Gerichten, die bei vielen Menschen Erinnerungen an frühere Zeiten wecken. In der DDR stand sie regelmäßig auf den Speisekarten von Gaststätten, in Betriebskantinen und natürlich auch auf dem heimischen Mittagstisch. Bis heute hat der herzhafte Klassiker nichts von seiner Beliebtheit verloren.

Teller mit roter Soljanka, Zitronenscheibe und Petersilie, daneben Baguette.
Würzige Soljanka mit Zitrone – Bildnachweis: juefraphoto – iStock ID: 1217751435

Besonders typisch ist die Verbindung aus verschiedenen Wurstsorten, würzigen Tomaten und sauren Gewürzgurken. Eine kleine Menge Gurkenwasser sorgt für die charakteristische Säure, während Paprika und Letscho dem Gericht seine kräftige Farbe und eine angenehme Süße verleihen. Die Suppe soll dabei nicht dünn und wässrig sein, sondern eine gehaltvolle Konsistenz besitzen, in der die einzelnen Zutaten gut zur Geltung kommen.

Serviert wird Soljanka traditionell gerne mit einer Zitronenscheibe und etwas frischer Petersilie. Wer möchte, kann zusätzlich einen Klecks saure Sahne dazugeben. Mit frischem Brot oder knusprigem Baguette wird daraus eine vollständige Mahlzeit, die sich wunderbar vorbereiten lässt.

Woher kommt Soljanka eigentlich?

Obwohl Soljanka in Deutschland vor allem mit der DDR verbunden wird, stammt das Gericht ursprünglich aus der osteuropäischen, insbesondere russischen Küche. Dort sind verschiedene Zubereitungsarten bekannt, die sich hinsichtlich ihrer Zutaten und Würzung teilweise deutlich unterscheiden. Neben Fleischsoljanka gibt es beispielsweise auch Varianten mit Fisch oder Pilzen.

In der DDR entwickelte sich eine eigene, besonders alltagstaugliche Form. Verwendet wurden häufig Jagdwurst, Fleischwurst, Salami oder andere Wurstreste. Paprika, Letscho, Tomatenmark und Gewürzgurken bildeten die aromatische Grundlage.

Gerade weil sich vorhandene Zutaten gut verarbeiten ließen, wurde Soljanka zu einem beliebten Familien- und Partygericht. Eine einzige verbindliche DDR-Rezeptur gab es allerdings nicht. Viele Familien hatten ihre eigene Mischung, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Zutaten für eine klassische rote Soljanka

Für 6 Personen

  • 300 g Jagdwurst
  • 250 g Fleischwurst oder Lyoner
  • 150 g Krakauer oder andere geräucherte Wurst
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 rote Paprikaschoten
  • 4 mittelgroße Gewürzgurken
  • 500 g Letscho aus dem Glas
  • 400 g passierte Tomaten
  • 3 EL Tomatenmark
  • 400 ml Fleischbrühe
  • 50–100 ml Gurkenwasser
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 1 TL edelsüßes Paprikapulver
  • ½ TL rosenscharfes Paprikapulver
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Prise Zucker, bei Bedarf
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zum Servieren:

  • 1 Zitrone
  • 2 EL frische Petersilie
  • Frisches Baguette oder Bauernbrot
  • Saure Sahne, optional und separat

Vorbereitungszeit: ca. 20 Minuten
Kochzeit: ca. 40 Minuten
Gesamtzeit: ca. 60 Minuten

Anders als bei einer dünnen Suppenvariante wird hier bewusst weniger Brühe verwendet. Die passierten Tomaten und das Letscho bilden den größten Teil der Flüssigkeit. Dadurch entsteht eine kräftige, dicklichere und tomatenbetonte Soljanka, die optisch besonders gut zu einer klassischen roten Gaststätten-Soljanka passt.

Schüssel mit roter Soljanka, Petersilienblatt und Zitronenspalte, Brot und Gewürze daneben.
Rustikale Soljanka in grauer Schale – Bildnachweis: juefraphoto – iStock ID: 1217751554

Soljanka Schritt für Schritt zubereiten

1. Die Wurst in Streifen schneiden

Jagdwurst, Fleischwurst und Krakauer zunächst in ungefähr gleich große Streifen schneiden. Die Stücke sollten nicht zu fein sein, damit sie auch nach dem Kochen sichtbar bleiben und beim Essen etwas Biss besitzen.

Die verschiedenen Wurstsorten sorgen für einen abwechslungsreichen Geschmack. Während Jagdwurst und Fleischwurst eine milde Grundlage bilden, verleiht die geräucherte Krakauer der Suppe eine kräftigere Note.

2. Paprika, Zwiebeln und Gurken vorbereiten

Die Zwiebeln schälen und in kleine Würfel oder schmale Streifen schneiden. Die Paprikaschoten waschen, entkernen und ebenfalls in mundgerechte Stücke schneiden.

Anschließend die Gewürzgurken längs halbieren und in dünne Streifen schneiden. Das Gurkenwasser nicht wegschütten, da es später zum Abschmecken benötigt wird.

3. Die Wurst kräftig anbraten

Das Sonnenblumenöl in einem großen Suppentopf erhitzen. Die geschnittenen Wurstsorten hineingeben und ungefähr fünf Minuten kräftig anbraten.

Dabei regelmäßig umrühren, bis die Wurst an einigen Stellen leicht gebräunt ist. Durch diesen Schritt entstehen zusätzliche Röstaromen, die später den Geschmack der gesamten Suppe beeinflussen.

Die angebratene Wurst anschließend kurz aus dem Topf nehmen.

4. Zwiebeln und Paprika anschwitzen

Die Zwiebeln in das verbliebene Bratfett geben und etwa drei Minuten glasig anschwitzen. Danach die Paprikastücke hinzufügen und weitere vier bis fünf Minuten mitbraten.

Das Tomatenmark einrühren und ungefähr eine Minute unter regelmäßigem Rühren anrösten. Es sollte eine etwas dunklere Farbe entwickeln, aber nicht anbrennen.

Den Topf kurz von der heißen Herdplatte nehmen und beide Paprikapulversorten unterrühren.

5. Die kräftige Tomatensauce herstellen

Das Letscho und die passierten Tomaten hinzufügen. Anschließend zunächst nur 400 Milliliter Fleischbrühe angießen und alles gründlich miteinander verrühren.

Jetzt die angebratene Wurst zurück in den Topf geben. Die Gewürzgurken und Lorbeerblätter ebenfalls hinzufügen.

Die Mischung langsam aufkochen lassen und anschließend die Hitze reduzieren.

6. Die Soljanka langsam köcheln lassen

Die Suppe ungefähr 25 bis 30 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze sanft köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren, damit die dickliche Tomatensauce nicht am Boden ansetzt.

Während des Kochens verbinden sich die Wurstaromen mit den Tomaten, der Paprika und den Gewürzgurken. Gleichzeitig wird das Gemüse angenehm weich.

Sollte die Soljanka zu dick werden, kann schluckweise zusätzliche Brühe hinzugefügt werden. Sie sollte allerdings ihre kräftige, sämige Konsistenz behalten.

7. Mit Gurkenwasser abschmecken

Zunächst ungefähr 50 Milliliter Gurkenwasser hinzufügen und gründlich einrühren. Die Suppe probieren und bei Bedarf etwas mehr Gurkenwasser verwenden.

Anschließend mit schwarzem Pfeffer und gegebenenfalls Salz abschmecken. Falls die Tomatensauce zu sauer wirkt, kann eine kleine Prise Zucker helfen.

Die fertige Soljanka sollte angenehm würzig, leicht säuerlich und deutlich tomatig schmecken.

8. Die Soljanka anrichten

Die Lorbeerblätter entfernen und die heiße Suppe in tiefe Teller füllen. Mit einer dünnen Zitronenscheibe und einigen frischen Petersilienblättern garnieren.

Wer möchte, kann zusätzlich etwas saure Sahne reichen. Für die kräftig rote Optik empfiehlt es sich allerdings, diese separat anzubieten.

Frisches Baguette oder Bauernbrot rundet das Gericht ab.

So bekommt Soljanka ihre kräftige rote Farbe

Für eine Soljanka mit intensiv roter Farbe kommt es vor allem auf die Tomatenbasis an. Passierte Tomaten, Tomatenmark und Letscho liefern die Grundlage und sorgen für eine gleichmäßige, kräftige Sauce.

Besonders wichtig ist, das Tomatenmark vor dem Ablöschen kurz anzurösten. Dadurch entwickelt es zusätzliche Geschmacksnoten und ergänzt die Farbe des Gerichts.

Auch die Paprikaschoten beeinflussen das Aussehen. Rote Paprika passt farblich besonders gut zur Tomatensauce und bringt eine angenehme natürliche Süße mit.

Wer eine kräftig rote Soljanka bevorzugt, sollte auf zu große Mengen Brühe verzichten. Sie verdünnt nicht nur die Sauce, sondern lässt auch die Farbe weniger intensiv erscheinen.

Warum Soljanka schön sämig und nicht wässrig sein sollte

Eine herzhafte Soljanka darf durchaus eine suppenartige Konsistenz besitzen. Allerdings schmeckt sie besonders aromatisch, wenn die Tomatensauce die einzelnen Zutaten leicht umhüllt.

Passierte Tomaten und Letscho eignen sich dafür hervorragend. Beide Zutaten sorgen für eine natürliche Bindung, ohne dass zusätzlich Mehl oder Speisestärke erforderlich ist.

Durch sanftes Köcheln verdampft außerdem ein kleiner Teil der Flüssigkeit. Die Sauce wird dadurch etwas dicklicher und die Aromen konzentrieren sich.

Wer Soljanka wie auf dem Foto zubereiten möchte, sollte die Brühe deshalb vorsichtig dosieren. Lieber am Ende etwas Flüssigkeit ergänzen, als von Beginn an zu viel zu verwenden.

Drei köstliche Varianten für Soljanka

Soljanka mit Kasseler und Schinken

Für eine besonders herzhafte Variante können Teile der Wurst durch gewürfeltes Kasseler oder gekochten Schinken ersetzt werden. Die Kombination bringt zusätzliche Raucharomen in die Suppe und passt hervorragend zur Tomatenbasis.

Soljanka mit Champignons

Ungefähr 250 Gramm frische Champignons können in Scheiben geschnitten und zusammen mit den Paprikastücken angebraten werden. Sie geben der Suppe eine zusätzliche herzhafte Note und sorgen für mehr Abwechslung.

Soljanka mit etwas Chili

Wer es schärfer mag, kann eine kleine frische Chilischote oder etwas zusätzliches rosenscharfes Paprikapulver verwenden. Die Schärfe sollte allerdings nicht zu dominant werden, damit die charakteristische Säure der Gewürzgurken erhalten bleibt.

Warum Soljanka am nächsten Tag häufig noch besser schmeckt

Soljanka gehört zu den Gerichten, die sich hervorragend vorbereiten lassen. Während der gekühlten Lagerung verteilen sich die Aromen von Tomaten, Paprika, Wurst und Gewürzgurken gleichmäßiger.

Dadurch wirkt die Suppe am nächsten Tag häufig besonders harmonisch. Auch die Konsistenz kann etwas dicklicher werden. Beim Aufwärmen lässt sie sich bei Bedarf mit wenig Brühe anpassen.

Gerade für Familienfeiern oder einen gemütlichen Abend mit Gästen ist Soljanka deshalb eine praktische Wahl. Ein großer Topf lässt sich bereits am Vortag zubereiten.

Soljanka richtig aufbewahren und einfrieren

Nach dem Kochen sollte die Soljanka möglichst schnell abgekühlt werden. Größere Mengen am besten auf mehrere flache Behälter verteilen und anschließend gut verschlossen in den Kühlschrank stellen.

Bei höchstens vier Grad lässt sich die Suppe ungefähr drei bis vier Tage aufbewahren. Beim erneuten Erwärmen muss sie vollständig und gleichmäßig durcherhitzt werden.

Auch Einfrieren funktioniert problemlos. Bei minus 18 Grad bleibt Soljanka etwa zwei bis drei Monate in guter Qualität. Nach dem Auftauen können die Paprikastücke etwas weicher sein.

Häufig gestellte Fragen zu Soljanka

Welche Wurst gehört in eine klassische DDR-Soljanka?
Besonders häufig werden Jagdwurst, Fleischwurst und geräucherte Sorten wie Krakauer verwendet. Je nach Familienrezept können auch andere Wurstsorten oder Bratenreste hinzukommen.

Warum ist meine Soljanka zu dünn?
Meist wurde zu viel Brühe verwendet. Passierte Tomaten, Letscho und eine reduzierte Flüssigkeitsmenge sorgen für eine deutlich sämigere Konsistenz.

Wie bekommt Soljanka ihre kräftige rote Farbe?
Vor allem durch Tomatenmark, passierte Tomaten, Letscho und rotes Paprikapulver. Eine längere, sanfte Kochzeit kann die Sauce zusätzlich konzentrieren.

Gehören Gewürzgurken unbedingt in Soljanka?
In vielen klassischen Rezepten gehören sie zu den wichtigsten Zutaten. Zusammen mit etwas Gurkenwasser sorgen sie für den typischen würzig-säuerlichen Geschmack.

Kann man Soljanka ohne Letscho kochen?
Ja. Statt Letscho können zusätzliche passierte oder stückige Tomaten und frische Paprikaschoten verwendet werden. Die Würzung muss dann eventuell etwas angepasst werden.

Wie lange muss Soljanka kochen?
Nach dem Anbraten der Zutaten reichen meistens etwa 25 bis 30 Minuten sanftes Köcheln. Dadurch werden die Paprikastücke weich und die Aromen verbinden sich.

Kann man Soljanka bereits am Vortag zubereiten?
Ja. Die Suppe eignet sich hervorragend zum Vorkochen. Wichtig ist eine schnelle Abkühlung und die anschließende Lagerung im Kühlschrank.

Gehört saure Sahne in die Soljanka?
Saure Sahne ist eine beliebte Ergänzung beim Servieren, muss aber nicht direkt in die Suppe eingerührt werden. Wer die kräftig rote Farbe erhalten möchte, bietet sie am besten separat an.

Ein ostdeutscher Suppenklassiker voller Erinnerungen

Soljanka nach DDR-Art überzeugt mit ihrer kräftigen Tomatensauce, herzhaften Wurststreifen, Paprika und dem unverwechselbaren Geschmack saurer Gewürzgurken. Die Kombination macht sie zu einem besonders aromatischen Gericht, das sowohl im Alltag als auch bei größeren Feiern hervorragend ankommt. Mit einer Zitronenscheibe und etwas frischer Petersilie serviert, erinnert sie an die Soljanka aus früheren Gaststätten.

Welche Wurstsorten gehören für euch unbedingt in eine richtig gute Soljanka wie früher? Ich freue mich über eure Familienrezepte und Erfahrungen in den Kommentaren.


AI-Assisted: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung vom Autor geprüft und redaktionell überarbeitet.