Sa.. Jan. 17th, 2026
Ein angeschnittenes Sauerteigbrot liegt neben einer Scheibe auf einem Holzbrett.
Sauerteigbrot auf dem Brett mit luftiger Krume - Bildnachweis: Birol Dincer - iStock ID: 2247921215

Ein gutes Sauerteigbrot ist mehr als nur Brot 🍞

Es ist ein Projekt, das sich lohnt, weil am Ende Geschmack, Duft und Struktur einfach besonders sind. Du merkst es schon beim Anschneiden, weil die Kruste knistert, die Krume saftig bleibt und das Brot viel „echter“ wirkt als viele schnelle Varianten. Und beim ersten Bissen kommt dieses Aroma, das nicht nur nach Mehl schmeckt, sondern nach Zeit, Wärme und guter Fermentation.

Ein Glas Sauerteigstarter steht neben geschnittenem Sauerteigbrot auf einem Holzbrett.
Sauerteigbrot mit Starterglas und frisch geschnittenen Scheiben – Bildnachweis: Birol Dincer – iStock ID: 2247921218

Sauerteig bringt natürliche Triebkraft, eine leichte Säure und ein Aroma, das du mit normaler Hefe so kaum bekommst. Die Säure macht den Geschmack komplexer und sorgt dafür, dass das Brot nicht eindimensional wirkt. Gleichzeitig bekommt die Krume mehr Charakter, oft mit einer schönen Elastizität und kleinen bis größeren Poren, je nachdem, wie du führst. Auch die Kruste wird oft kräftiger, weil der Teig beim Backen anders reagiert und mehr Röstaromen entwickelt.

Ein rundes Sauerteigbrot mit bemehlter Kruste liegt auf grobem Jutestoff.
Rustikales Sauerteigbrot mit knuspriger Kruste auf Jute – Bildnachweis: Birol Dincer – iStock ID: 2247921636

Und keine Sorge, du brauchst keine Profi-Ausrüstung. Eine Schüssel, eine Küchenwaage, ein Löffel und ein Topf oder Backstein reichen völlig, um ein richtig gutes Ergebnis zu bekommen. Entscheidend ist, dass dein Sauerteig aktiv ist, also wirklich Bläschen zeigt und nach dem Füttern deutlich an Volumen gewinnt. Dann hast du die beste Grundlage, damit der Teig später nicht nur aufgeht, sondern auch stabil bleibt.

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Mit einem aktiven Sauerteig, etwas Geduld und ein paar einfachen Handgriffen gelingt dir ein Brot, das richtig stolz macht. Du mischst den Teig, gibst ihm Zeit, dehnst und faltest ein paarmal, formst ihn und lässt ihn reifen. Der Rest passiert fast von allein, wenn du Temperatur und Zeit im Blick behältst. Und genau das ist das Schöne daran, weil du am Ende nicht nur ein Brot hast, sondern ein Ergebnis, das nach echtem Handwerk schmeckt.

🥄 Warum Sauerteig so besonders ist

Sauerteig entsteht durch natürliche Hefen und Milchsäurebakterien, die im Teig zusammenarbeiten und ihn ganz ohne gekaufte Hefe lockern können. Die Hefen sorgen dafür, dass der Teig aufgeht und Luftigkeit bekommt. Die Milchsäurebakterien bringen die feine Säure und genau diesen typischen Duft, den viele sofort mit einer guten Bäckerei verbinden. Dadurch bekommt das Brot seinen charakteristischen Geschmack, der je nach Führung mild, leicht joghurtig oder auch deutlich kräftiger ausfallen kann.

Weil Sauerteig die Teigstruktur anders aufbaut, bleibt Brot oft länger frisch. Die Krume wirkt saftiger, und das Brot trocknet nicht so schnell aus wie viele sehr schnell geführte Hefebrote. Dazu kommt, dass sich beim langen Gehen das Aroma stärker entwickelt. Zeit ist hier wirklich eine Zutat, weil sich die Aromen langsam aufbauen und das Brot am Ende runder und „tiefer“ schmeckt.

Sauerteigbrot ist deshalb für viele der Inbegriff von richtigem Brot. Es schmeckt nicht nur nach Mehl und Salz, sondern nach Fermentation, Röstaromen und Handwerk. Und wenn du einmal ein gutes Sauerteigbrot gebacken oder frisch gekauft hast, erkennst du diesen Unterschied sehr schnell, sogar ganz ohne Fachwissen.

🟢 Tipp: Der wichtigste Faktor ist ein aktiver, fit gefütterter Sauerteig. Wenn der Starter stark ist, wird das Brot besser und planbarer.

⏱️ Zeitplan und Portionen

  • Gesamtzeit: ca. 18 bis 24 Stunden, je nach Temperatur
  • Aktivzeit: ca. 30 bis 40 Minuten
  • Ergibt: 1 Laib, ca. 800 bis 900 g

🟢 Tipp: Sauerteigbrot ist ein Zeitspiel. Du arbeitest kurz und lässt den Teig dann in Ruhe arbeiten.

🛒 Zutaten

Für 1 Laib
  • 500 g Weizenmehl Type 550 oder Brotmehl
  • 350 g Wasser
  • 100 g aktiver Sauerteig Starter, aufgefrischt und fit
  • 10 g Salz
Optional für mehr Aroma
  • 20 g Olivenöl, nicht nötig aber möglich
  • 20 bis 50 g Vollkornmehl als Anteil für mehr Tiefe

🟢 Tipp: Wenn du neu bist, bleib beim ersten Brot bei Weizen 550. Das ist sehr gut zu handeln.

🍽️ Schritt für Schritt zum Sauerteigbrot

1) Autolyse, macht den Teig stärker
  1. Vermische Mehl und 320 g Wasser kurz, bis keine trockenen Stellen mehr da sind.
  2. Decke die Schüssel ab und lasse den Teig 30 bis 60 Minuten stehen.

🟢 Tipp: Autolyse sorgt dafür, dass der Teig später elastischer wird und sich leichter formen lässt.

2) Sauerteig und Salz einarbeiten
  1. Gib den aktiven Sauerteig Starter zum Teig und knete oder rühre, bis alles gut verbunden ist.
  2. Löse das Salz in den restlichen 30 g Wasser auf und arbeite es in den Teig ein.
  3. Knete nur so lange, bis der Teig glatt wirkt. Das reicht oft nach 3 bis 5 Minuten.

🟢 Tipp: Der Teig wirkt am Anfang klebrig. Das wird besser, wenn er steht und du dehnst und faltest.

3) Stockgare mit Dehnen und Falten
  1. Lasse den Teig 3 bis 5 Stunden bei Raumtemperatur gehen.
  2. In der ersten Hälfte machst du 3 bis 4 Runden Dehnen und Falten, alle 30 Minuten.
  3. Danach lässt du ihn einfach stehen, bis er sichtbar luftiger ist.

🟢 Tipp: Der Teig sollte am Ende deutlich aufgegangen sein, aber nicht komplett zusammenfallen, wenn du ihn bewegst.

4) Vorformen und entspannen lassen
  1. Gib den Teig auf eine leicht bemehlte Fläche.
  2. Forme ihn grob zu einer Kugel oder einem Oval.
  3. Lasse ihn 15 bis 20 Minuten ruhen.
5) Formen
  1. Forme den Teig jetzt straffer, damit er Spannung bekommt.
  2. Lege ihn mit dem Schluss nach oben in ein bemehltes Gärkörbchen oder in eine Schüssel mit bemehltem Tuch.

🟢 Tipp: Spannung ist der Krusten Trick. Je sauberer du formst, desto besser hält das Brot die Form.

6) Kalte Gare
  1. Stelle den Teig abgedeckt in den Kühlschrank.
  2. Lasse ihn dort 8 bis 16 Stunden gehen.

🟢 Tipp: Die Kühlschrank Gare bringt Geschmack und macht das Brot planbarer.

Sauerteigbrot und Brotscheiben liegen neben einem Glas Starter, einem Gärkorb und einem Messer auf dem Tisch.
Sauerteig-Setup mit Gärkorb, Starter und Brotmesser – Bildnachweis: Birol Dincer – iStock ID: 2247921910

🔥 Backen für Kruste und Ofentrieb

So klappt es auch zuhause richtig gut
  1. Heize den Ofen mit einem gusseisernen Topf oder Bräter auf 250 Grad vor, mindestens 30 Minuten.
  2. Stürze den Teig auf ein Stück Backpapier.
  3. Schneide ihn mit einem scharfen Messer oder einer Klinge ein.
  4. Setze den Teig in den heißen Topf und schließe den Deckel.
  5. Backe 20 Minuten mit Deckel bei 250 Grad.
  6. Nimm den Deckel ab, reduziere auf 220 Grad und backe weitere 20 bis 25 Minuten, bis das Brot dunkel goldbraun ist.
  7. Lass das Brot auf einem Gitter komplett auskühlen.

🟢 Tipp: Wenn du zu früh schneidest, wirkt die Krume oft klitschig. Gib dem Brot mindestens 60 Minuten Ruhe.

🟢 Tipps und Tricks für richtig gutes Sauerteigbrot

Starter fit halten – Füttere ihn 4 bis 8 Stunden vor dem Backen, damit er sichtbar aktiv ist.
Teigtemperatur ist entscheidend – Warm geht schneller, kühl geht langsamer.
Wasser nach Gefühl – Mehle nehmen unterschiedlich viel Wasser auf. Wenn es sehr fließt, nimm beim nächsten Mal 10 bis 20 g weniger.
Nicht übergären – Wenn der Teig schon stark eingefallen wirkt oder sehr sauer riecht, war es zu lang.
Kruste kräftig ausbacken – Farbe bringt Geschmack.

❓ Häufige Fragen zum Sauerteigbrot

Woran erkenne ich, dass mein Sauerteig aktiv ist? Er sollte nach dem Füttern deutlich aufgehen, Bläschen zeigen und angenehm säuerlich riechen. Wenn er kaum steigt, braucht er noch ein paar Fütterungen.

Warum wird mein Brot flach? Das liegt oft an zu wenig Spannung beim Formen oder an Übergare. Auch ein schwacher Starter kann der Grund sein.

Warum ist die Krume klitschig? Meist wurde das Brot zu kurz gebacken oder zu früh angeschnitten. Manchmal ist auch der Teig zu feucht oder zu stark gegärt.

Kann ich das Rezept mit Vollkorn machen? Ja, aber Vollkorn nimmt mehr Wasser auf und der Teig wird dichter. Starte mit 20 Prozent Vollkorn und taste dich hoch.

Was, wenn ich keinen gusseisernen Topf habe? Du kannst auf einem Blech backen und Dampf erzeugen. Stelle dafür eine kleine Metallschale mit heißem Wasser unten in den Ofen und sprühe die Ofenwände kurz mit Wasser ein. Das klappt, ist aber weniger konstant als ein Topf.

Ein angeschnittenes Sauerteigbrot liegt neben einer Scheibe auf einem Holzbrett.
Sauerteigbrot auf dem Brett mit luftiger Krume – Bildnachweis: Birol Dincer – iStock ID: 2247921215

🧊 Aufbewahrung

  • Sauerteigbrot hält sich oft 2 bis 4 Tage gut
  • Lagere es in einem Brotkasten oder in ein Tuch gewickelt
  • Nicht im Kühlschrank lagern, das trocknet es schneller aus
  • Einfrieren geht perfekt in Scheiben

🟢 Tipp: Scheiben einfrieren und kurz toasten ist ein genialer Alltagstrick.

Schon mal ein eigenes Brot gebacken? Vielleicht sogar ein Sauerteigbrot? Wie ist es dir gelungen und hast du vielleicht noch ein paar schöne Rezeptideen? Wir freuen uns über ein paar Kommentare.