Sa.. Jan. 10th, 2026
Zwei kleine Gläser mit dunklem Walnusslikör stehen auf einem Holztisch zwischen Walnüssen.
Walnusslikör im Glas als Digestif - Bildnachweis: Madeleine_Steinbach - iStock ID: 1130121852

Walnusslikör ist ein traditioneller Ansatzlikör, der in vielen Regionen Europas bekannt ist 🌰🍶

Besonders beliebt ist er als Digestif nach dem Essen, weil er nach einem guten Menü so einen kleinen, warmen Abschluss bietet und oft genau dieses „noch ein Schluck zum Genießen“-Gefühl auslöst. Gleichzeitig ist er auch ein richtig schönes Mitbringsel aus der Küche, weil selbstgemacht einfach persönlicher wirkt als irgendwas Gekauftes, und eine hübsche Flasche mit Etikett macht direkt was her.

Zwei Likörgläser mit dunklem Walnusslikör stehen vor einem Korb voller Walnüsse.
Zwei Gläser Walnusslikör auf Holz – Bildnachweis: Madeleine_Steinbach – iStock ID: 1130121850

Mit der Zeit wird der Geschmack spürbar besser. Durch die Reife wird er runder und weicher, die Aromen verbinden sich stärker, und das Ganze wirkt am Ende richtig aromatisch und harmonisch, ohne harte Kanten. Du brauchst dafür zwar ein bisschen Geduld, aber die Arbeit an sich ist simpel und unkompliziert. Und genau das macht es so angenehm: Du setzt es an, hast ein kleines Ritual, und freust dich später über ein Ergebnis, das nach mehr schmeckt als nach Aufwand.

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🥄 Warum Walnusslikör so besonders ist

Die Basis ist ein Ansatz über Wochen, der ganz in Ruhe Zeit bekommt, um langsam Aroma zu ziehen und sich geschmacklich zu „setzen“. Genau dabei passiert das Spannende: Nuss, Gewürze und Zitrusnoten verbinden sich nach und nach zu einem warmen, runden Profil, das oft leicht karamellig wirkt und richtig gemütlich schmeckt. Am Anfang ist der Ansatz meist noch kantiger, doch je länger er steht, desto mehr verschmelzen die Aromen miteinander und werden deutlich harmonischer.

Viele machen Walnusslikör im Frühsommer mit grünen Walnüssen, weil diese in diesem Stadium besonders viele Bitterstoffe und ätherische Aromen abgeben, die später für Tiefe sorgen. Mit der Zeit verändert sich der Likör sichtbar: Er wird dunkler und intensiver, die Schärfe aus Gewürzen glättet sich, und das Ganze wirkt am Ende wie aus einem Guss. Genau dieses langsame Reifen ist der Grund, warum Walnusslikör so viel Charakter hat.

🟢 Tipp: Trage beim Schneiden der grünen Nüsse Handschuhe, weil der Saft stark färbt.

⏱️ Zeit und Menge

  • Aktive Arbeitszeit: ca. 20 bis 30 Minuten
  • Ziehzeit: ca. 4 bis 6 Wochen
  • Reifezeit nach dem Filtern: mindestens 4 Wochen, besser 2 bis 3 Monate
  • Ergibt: ca. 1 bis 1,2 Liter

🛒 Zutaten

Für den Ansatz
  • 12 bis 15 grüne Walnüsse, ungeschält und frisch
  • 1 Liter Korn oder Wodka mit 38 bis 40 Prozent
  • 350 g Zucker
  • 250 ml Wasser
  • 1 Bio Zitrone, Schale dünn abgerieben oder in Zesten
  • 1 Zimtstange
  • 4 Gewürznelken
  • 1 kleines Stück Vanille oder 1 TL Vanilleextrakt optional
  • 3 bis 5 Kaffeebohnen optional für Tiefe
Zum Verfeinern nach dem Filtern optional
  • 1 bis 2 EL Honig für eine weichere Süße
  • 1 Prise Zimt oder Tonkabohne sehr sparsam

🍶 Das brauchst du außerdem

  • Ein großes Schraubglas mit mindestens 2 Litern
  • Ein scharfes Messer und ein Brett
  • Ein feines Sieb und ein Filter, zum Beispiel Kaffeefilter oder Mulltuch
  • Saubere Flaschen zum Abfüllen

🍽️ Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Spüle die grünen Walnüsse kurz ab und tupfe sie trocken.
  2. Schneide jede Nuss mit Handschuhen in Viertel oder Achtel.
  3. Gib die Nüsse ins große Schraubglas.
  4. Füge Zitronenschale, Zimt, Nelken und optional Vanille und Kaffeebohnen dazu.
  5. Gieße den Alkohol darüber, bis alles gut bedeckt ist.
  6. Verschließe das Glas und schüttle es einmal kräftig.
  7. Stelle den Ansatz 4 bis 6 Wochen an einen warmen Platz.
  8. Schüttle das Glas alle paar Tage kurz, damit sich alles gut verteilt.
Eine Bügelflasche mit dunklem Walnusslikör steht auf einem Holztisch neben Walnüssen und zwei Gläsern.
Hausgemachter Walnusslikör in der Flasche – Bildnachweis: Madeleine_Steinbach – iStock ID: 1130121851

🍯 Zuckersirup und Zusammenführen

  1. Koche Wasser und Zucker kurz auf, bis sich der Zucker gelöst hat.
  2. Lass den Sirup komplett abkühlen.
  3. Filtere den Ansatz zuerst durch ein Sieb und dann fein durch Filter oder Tuch.
  4. Mische den gefilterten Ansatz mit dem abgekühlten Sirup.
  5. Schmecke ab und gib bei Bedarf etwas Honig dazu.
  6. Fülle den Likör in saubere Flaschen.
  7. Lass ihn mindestens 4 Wochen ruhen, damit er runder wird.

🟢 Tipp: Je länger die Reifezeit, desto weicher und harmonischer wirkt der Likör.

🌰 Walnüsse richtig auswählen

Grüne Walnüsse sollten noch schön weich sein, sodass du sie mit dem Messer ohne große Kraft gut schneiden kannst. Die Schale ist in diesem Stadium noch nicht hart, sondern eher lederig und elastisch, und genau dann geben die Nüsse später die meisten Aromen ab. Ein guter Test ist, ob das Messer sauber durchgeht und du innen noch keine stark verholzte Struktur hast. Wenn die Nüsse innen schon sehr holzig sind, geben sie oft weniger Aroma ab, und der Ansatz wird am Ende weniger intensiv.

Am einfachsten kommst du an passende Walnüsse, wenn du in deiner Umgebung schaust, wo Walnussbäume stehen. Frag am besten in der Region nach oder bei Menschen mit einem Baum im Garten, ob du ein paar Früchte ernten darfst. Oft freuen sich viele sogar, weil sowieso mehr Walnüsse hängen, als später genutzt werden. Und mit ein bisschen Glück bekommst du genau die richtige Reife erwischt.

✨ Geschmack anpassen, ganz einfach

  • Mehr Zitrus bringt Frische, nimm etwas mehr Zitronenzeste
  • Mehr Wärme bringt Zimt, aber nimm nicht zu viel, sonst wird es dominant
  • Mehr Tiefe bringen Kaffeebohnen oder ein Hauch Kakao
  • Mehr Weihnachtsgefühl bringt ein winziges Stück Sternanis, aber wirklich sparsam

🧊 Lagerung und Haltbarkeit

Lagere die Flaschen am besten dunkel und eher kühl, zum Beispiel im Vorratsschrank oder im Keller, denn Licht und Wärme können Aromen schneller abbauen. Wichtig ist auch, dass alles gut verschlossen ist, damit der Likör sein Bouquet behält und keine Fremdgerüche annimmt. So gelagert hält sich Walnusslikör in der Regel viele Monate, oft sogar deutlich länger, ohne dass er „kippt“.

Mit der Zeit passiert sogar etwas Gutes: Der Geschmack wird runder und harmonischer und wirkt weniger kantig, weil sich die Aromen weiter verbinden und die Gewürznoten sanfter werden. Wenn sich nach einer Weile ein Bodensatz bildet, ist das völlig normal, das sind meist feine Schwebstoffe aus Nuss und Gewürzen. Dann kannst du den Likör einfach vorsichtig dekantieren, also langsam in eine saubere Flasche umfüllen, sodass der Satz in der alten Flasche bleibt.

Zwei kleine Gläser mit dunklem Walnusslikör stehen auf einem Holztisch zwischen Walnüssen.
Walnusslikör im Glas als Digestif – Bildnachweis: Madeleine_Steinbach – iStock ID: 1130121852

❓ Was sollte man beachten?

Walnusslikör ist alkoholhaltig und gehört ganz klar zu den Genussmitteln, deshalb lohnt es sich, ihn bewusst und in kleinen Mengen zu genießen. Damit dein Ansatz gut gelingt und auch wirklich stabil bleibt, ist sauberes Arbeiten super wichtig. Nutze gründlich gereinigte Gläser und Flaschen, arbeite mit sauberen Utensilien und achte darauf, dass nichts Fremdes in den Likör gerät.

Ganz entscheidend sind auch die Nüsse selbst. Verwende wirklich nur einwandfreie Walnüsse, ohne Schimmel, ohne faulige Stellen und ohne komische Gerüche, denn schlechte Früchte können den Geschmack ruinieren und die Haltbarkeit negativ beeinflussen. Bei den Gewürzen gilt außerdem: weniger ist oft mehr. Wenn du Zimt, Nelken oder andere starke Gewürze zu intensiv dosierst, kann der Likör schnell bitter oder zu scharf werden. Starte lieber moderat und taste dich beim nächsten Ansatz langsam an deine perfekte Intensität heran.

Hast du schon mal einen Walnusslikör selbst zubereitet oder einen anderen Likör? Wir freuen uns über ein paar Erfahrungsberichte und Rezeptideen in den Kommentaren. 🌰