Jägerschnitzel wie früher: Spirelli, Tomatensoße und perfekte Panade
Wenn in der DDR von Jägerschnitzel die Rede war, meinte man meist etwas anderes als im Westen. Es ging nicht um ein klassisches Schweineschnitzel mit Pilzsoße, sondern um panierte Scheiben Jagdwurst, die knusprig ausgebacken werden. Dieses Gericht war vor allem praktisch, weil die Zutaten bezahlbar waren und fast immer verfügbar. Und genau deshalb hat es sich in vielen Familien als fester Klassiker etabliert.

Dazu gab es Spirelli und eine einfache Tomatensoße, die das Ganze so typisch macht. Die Nudeln sind schnell gekocht und nehmen die Soße gut auf. Die Tomatensoße ist bewusst schlicht gehalten, oft eher süßlich als scharf, damit sie jedem schmeckt. In Kombination mit der knusprigen Panade entsteht dieser Kontrast, der das Essen so besonders macht. Außen knusprig, innen weich, dazu Nudeln und Soße, das ist einfach Wohlfühlgericht pur.
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Genau diese Kombination ist bis heute so beliebt, weil sie schnell geht und trotzdem „nach richtigem Essen“ schmeckt. Du brauchst keine komplizierten Schritte, aber ein paar Kleinigkeiten machen viel aus. Wenn du die Jagdwurst etwas dicker schneidest, bleibt sie innen saftig. Wenn du die Panade gut andrückst und in ausreichend Fett goldbraun ausbäckst, wird sie richtig kross. Und wenn du die Tomatensoße kurz ziehen lässt, schmeckt sie runder und weniger „nur nach Dose“.
Es ist günstig, schnell gemacht und schmeckt auch Kindern richtig gut. Gerade für den Alltag ist es ein Gericht, das wenig Stress macht, weil du parallel alles vorbereiten kannst. Während die Nudeln kochen, brätst du die panierten Scheiben. Die Soße köchelt nebenbei. Nach kurzer Zeit steht alles auf dem Tisch, und trotzdem wirkt es wie ein kleines Lieblingsessen, das jeder kennt und sofort erkennt.
Wenn du es einmal so kochst, verstehst du sofort, warum es ein Klassiker geblieben ist. Es ist unkompliziert, macht satt und hat diesen nostalgischen Geschmack, der viele an Zuhause erinnert. Und genau darin liegt der Reiz, denn manchmal ist das Einfachste eben das, was am meisten Freude macht.

Rezept: DDR Jägerschnitzel aus Jagdwurst mit Spirelli
Zutaten für 4 Portionen
Für die Spirelli
- 400 g Spirelli oder andere kurze Pasta
- Salz
Für das Jägerschnitzel
- 400 bis 500 g Jagdwurst am Stück
- 2 Eier
- 4 EL Mehl
- 8 EL Semmelbrösel
- Salz und Pfeffer
- Optional: 1 TL Paprikapulver edelsüß
- Öl zum Braten
Für die Tomatensoße
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt
- 1 EL Öl oder Butter
- 1 EL Tomatenmark
- 500 ml passierte Tomaten
- 150 ml Wasser oder Brühe
- 1 TL Zucker oder 1 Schuss Ketchup, optional
- 1 TL Majoran oder Oregano
- Salz und Pfeffer
- Optional: 1 Lorbeerblatt
Zubereitung
- Schneide die Jagdwurst in etwa 1,5 cm dicke Scheiben. Tupfe sie kurz trocken.
- Bereite drei Teller vor. Auf einen kommt Mehl, auf den zweiten verquirlte Eier mit Salz und Pfeffer, auf den dritten Semmelbrösel, optional mit Paprika.
- Wende jede Scheibe erst in Mehl, dann in Ei und zum Schluss in Semmelbröseln. Drücke die Panade leicht an.
- Erhitze Öl in einer Pfanne und brate die Scheiben bei mittlerer Hitze 3 bis 4 Minuten pro Seite, bis sie knusprig und goldbraun sind. Lege sie kurz auf Küchenpapier.
- Koche währenddessen die Spirelli in Salzwasser al dente und gieße sie ab.
Tomatensoße
6. Dünste die Zwiebel in Öl oder Butter glasig.
7. Rühre Tomatenmark ein und röste es 1 Minute an, damit es runder schmeckt.
8. Gib passierte Tomaten und Wasser dazu. Würze mit Majoran, Salz, Pfeffer und optional Lorbeer.
9. Lasse die Soße 10 Minuten sanft köcheln. Schmecke sie ab und gib bei Bedarf Zucker oder einen Schuss Ketchup dazu, damit sie schön ausgewogen wird.
Servieren
10. Spirelli auf Teller geben, Tomatensoße darüber oder daneben, Jägerschnitzel drauflegen und sofort genießen.
Tipp
Wenn du die Panade besonders stabil willst, stelle die panierten Scheiben 10 Minuten kalt, bevor du sie brätst.
Alternative Varianten, wenn du es noch runder willst
Für mehr Aroma kannst du die Semmelbrösel mit etwas geriebenem Käse mischen. Das gibt beim Ausbacken eine leicht herzhafte Note und macht die Panade noch goldener. Nimm dafür am besten einen Käse, der gut schmilzt und würzig ist, damit du den Effekt wirklich schmeckst. Wichtig ist nur, dass du die Mischung gut vermengst, damit der Käse sich gleichmäßig verteilt und nicht nur punktuell bräunt.
Wenn du es leichter magst, brate die panierten Scheiben in weniger Öl und lege sie danach kurz in den Ofen. So bekommst du trotzdem eine knusprige Oberfläche, ohne dass alles in Fett schwimmt. Brate sie dafür erst kurz von beiden Seiten an, bis sie Farbe bekommen. Danach gibst du sie für ein paar Minuten auf ein Blech, damit die Hitze die Panade fertig ausbackt und die Scheiben innen schön warm bleiben.
Du kannst auch statt Spirelli andere Nudeln nehmen, aber die Spiralform hält die Soße besonders gut fest. Spirelli „greifen“ die Tomatensoße einfach besser, weil sich die Rillen und Windungen vollsaugen. Das macht beim Essen einen echten Unterschied, gerade wenn die Soße eher schlicht ist. Wenn du keine Spirelli hast, funktionieren Penne oder Fusilli am ehesten, weil sie ähnlich viel Oberfläche bieten.
Wer es vegetarisch will, kann dicke Scheiben gebratene Sellerieknolle panieren und genauso servieren. Sellerie hat eine kräftige Grundnote und bleibt nach dem Braten angenehm saftig. Schneide die Scheiben nicht zu dünn, damit sie nicht zerfallen, und gare sie am besten vorher kurz vor, damit sie später beim Ausbacken außen knusprig und innen weich werden. So hast du eine vegetarische Variante, die nicht wie ein „Ersatz“ wirkt, sondern richtig lecker und deftig bleibt.

Wie gesund sind die Zutaten
Das Gericht ist ein klassisches Wohlfühlessen und eher nichts für jeden Tag. Es lebt von der knusprigen Panade, der würzigen Jagdwurst und der Kombi mit Nudeln und Tomatensoße. Genau das macht es so beliebt, aber eben auch reichhaltig. Wenn du es als Lieblingsgericht einplanst und nicht als Daueressen, passt es gut in einen normalen Alltag.
Jagdwurst bringt Eiweiß, aber auch Fett und Salz. Deshalb lohnt sich eine gute Balance über Portionen und Beilagen. Zwei bis drei Scheiben pro Person reichen oft schon, weil Panade und Nudeln ohnehin satt machen. Wenn du die Scheiben nicht zu dick schneidest und die Soße großzügig dazu gibst, wirkt das Ganze weniger „schwer“, ohne dass du auf den typischen Geschmack verzichten musst.
Die Tomatensoße liefert Tomatenanteil und macht das Essen insgesamt etwas leichter, weil sie Frische in die Kombi bringt. Eine einfache Soße mit Zwiebeln, Tomaten und ein bisschen Kräutern reicht völlig aus. Wenn du sie nicht zu fett kochst, ist sie der Teil auf dem Teller, der alles schön ausbalanciert und die Panade nicht zu mächtig wirken lässt.
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Wenn du dazu einen Gurkensalat oder einen frischen Salat servierst, wird es direkt ausgewogener. Die Säure und die Kühle bringen einen Kontrast, der richtig gut zu der warmen, würzigen Hauptkomponente passt. Ein Gurkensalat mit Dill oder ein grüner Salat mit einem leichten Essig Dressing funktioniert hier perfekt.
Du kannst außerdem Vollkornnudeln nehmen, wenn du mehr Ballaststoffe möchtest. Sie geben ein bisschen mehr Biss und machen die Mahlzeit oft länger sättigend. Geschmacklich passt das gut, weil die Tomatensoße und die Panade sowieso dominant sind. So bleibt der Charakter erhalten, aber du machst das Gericht im Alltag einen Tick „vernünftiger“, ohne dass es nach Kompromiss schmeckt.
Häufige Fragen zum DDR Jägerschnitzel
Ist das wirklich Jägerschnitzel?
In der DDR wurde dieser Name häufig für panierte Jagdwurst Scheiben verwendet. Das westdeutsche Jägerschnitzel ist meist ein Schnitzel mit Pilzsoße, daher unterscheiden sich die Begriffe je nach Region.
Welche Jagdwurst ist die richtige?
Am besten eine feste Jagdwurst am Stück, die sich gut in Scheiben schneiden lässt. Zu weiche Wurst zerfällt leichter.
Kann ich das vorbereiten?
Ja, du kannst die Wurst vorher panieren und kalt stellen. Brate sie erst kurz vor dem Essen, dann bleibt sie knusprig.
Kann ich die Tomatensoße einfrieren?
Ja, das klappt super. Die Soße lässt sich gut in Portionen einfrieren und später schnell wieder aufwärmen.
Was passt als Beilage außer Nudeln?
Kartoffelpüree oder Kartoffeln passen auch. Klassisch ist aber die Kombination mit Spirelli.
Dieses Gericht ist ein echter Klassiker der ostdeutschen Hausmannskost und macht schon beim Duft gute Laune
Knusprige Jagdwurst, Spirelli und Tomatensoße sind eine Kombination, die einfach funktioniert. Du hast außen die krosse Panade, innen den würzigen, weichen Kern, dazu Nudeln, die die Soße richtig gut aufnehmen. Genau dieser Mix aus knusprig, weich und saucig macht das Gericht so „rund“, weil jeder Bissen gleich angenehm vertraut wirkt.
Mit wenigen Zutaten bekommst du ein Essen, das satt macht und gleichzeitig vertraut schmeckt. Du brauchst keine komplizierten Schritte, sondern nur saubere Basics. Wenn die Panade goldbraun ausgebacken ist und die Tomatensoße kurz ziehen durfte, schmeckt das Ganze sofort nach Zuhause. Spirelli sind dabei nicht nur Deko, sondern halten die Soße wie kleine Spiralen fest, sodass es beim Essen nie trocken wird.
Genau deshalb wird es bis heute so gern gekocht. Es ist schnell, günstig und zuverlässig. Es passt in den Alltag, schmeckt Kindern genauso wie Erwachsenen und fühlt sich trotzdem wie ein kleines Lieblingsessen an. Und wenn du es einmal frisch gemacht hast, verstehst du sofort, warum diese Kombi einfach ein Klassiker geblieben ist.
Hast du Jägerschnitzel aus Jagdwurst schon mal gemacht und kennst du noch andere DDR Klassiker? Wir freuen uns jederzeit über ein paar Kommentare.
