Warum Quittenkonfitüre viel aromatischer ist, als viele denken
Quittenkonfitüre ist eine dieser besonderen Sorten, die nicht jeden Tag auf dem Frühstückstisch stehen und genau deshalb so spannend schmecken. Quitten gehören zu den alten Obstsorten und haben ein sehr feines, vielschichtiges Aroma.

Ihr Duft erinnert an Apfel, Birne, Honig, Zitrusfrüchte und manchmal auch leicht an Gewürze. Roh sind Quitten meist hart, trocken und herb, deshalb werden sie normalerweise nicht direkt gegessen. Erst beim Kochen entfalten sie ihren warmen, fruchtigen Geschmack und werden zu einer wunderbar aromatischen Konfitüre.
Besonders schön an Quittenkonfitüre ist ihre Farbe. Je nach Sorte, Reifegrad und Kochzeit kann sie goldgelb, bernsteinfarben oder leicht rötlich werden. Gerade diese warme Farbe macht sie im Glas so hübsch und gibt ihr einen sehr hausgemachten Charakter. Beim Einkochen verbinden sich der natürliche Quittenduft, etwas Süße und eine leichte Säure zu einem Geschmack, der nicht langweilig wirkt. Die Konfitüre schmeckt fruchtig, mild herb und angenehm aromatisch.

Quittenkonfitüre passt sehr gut auf frisches Brot, Brötchen, Croissants oder Toast. Sie schmeckt aber auch wunderbar zu Käse, Pfannkuchen, Waffeln, Joghurt oder Quark. Besonders lecker ist sie als fruchtige Füllung für Plätzchen, Kuchen, Hefeteiggebäck oder kleine Tartes. Wer gerne besondere Marmeladen und Konfitüren mag, findet in Quittenkonfitüre eine schöne Abwechslung zu klassischen Sorten wie Erdbeere, Aprikose oder Himbeere.
Ich mag an Quitten besonders, dass sie beim Verarbeiten ein wenig Geduld brauchen, dafür aber mit einem ganz eigenen Aroma belohnen. Man muss sie waschen, vom Flaum befreien, schneiden und kochen, doch der Aufwand lohnt sich. Sobald die Früchte weich werden und ihr Duft durch die Küche zieht, merkt man schnell, warum Quitten früher so beliebt waren. Diese alte Obstsorte verdient wirklich wieder mehr Aufmerksamkeit, denn aus ihr entsteht eine Konfitüre, die nach Herbst, Vorratsküche und liebevoller Hausmannskost schmeckt.
Zutaten für Quittenkonfitüre
• 1 kg Quitten, vorbereitet gewogen
• 500 g Gelierzucker 2:1
• 1 Bio-Zitrone
• 150 ml Wasser oder Apfelsaft
• 1 Päckchen Vanillezucker
• Optional 1 kleine Zimtstange
• Optional etwas frischer Ingwer

Zubereitung
Zuerst reibst du die Quitten gründlich mit einem Küchentuch ab. Viele Quitten haben außen einen feinen Flaum, der vor der Verarbeitung entfernt werden sollte. Danach wäschst du die Früchte, viertelst sie und entfernst das Kerngehäuse. Da Quitten sehr fest sind, nimm am besten ein stabiles Messer und arbeite vorsichtig.
Schneide die Quitten anschließend in kleine Stücke. Die Schale kannst du dranlassen, wenn sie schön sauber und unbeschädigt ist. In ihr steckt viel Aroma und auch natürliches Pektin, das beim Gelieren helfen kann. Gib die Quittenstücke zusammen mit Wasser oder Apfelsaft in einen großen Topf.
Lasse die Quitten etwa 20 bis 30 Minuten weich köcheln. Rühre zwischendurch immer wieder um, damit nichts anbrennt. Wenn die Stücke weich sind, pürierst du sie mit einem Stabmixer fein. Wenn du eine besonders glatte Konfitüre möchtest, kannst du das Mus zusätzlich durch ein Sieb streichen. Für eine etwas rustikalere Quittenkonfitüre darf es ruhig leicht stückig bleiben.
Nun gibst du den Gelierzucker, den Saft der Zitrone, etwas Zitronenabrieb und den Vanillezucker dazu. Wenn du möchtest, kannst du auch eine Zimtstange oder etwas frisch geriebenen Ingwer mitkochen. Das passt sehr gut zu Quitten, sollte aber nicht zu stark dosiert werden, damit das feine Quittenaroma im Mittelpunkt bleibt.
Koche die Masse unter Rühren auf und lasse sie nach Packungsangabe des Gelierzuckers sprudelnd kochen. Meist sind das etwa 3 bis 4 Minuten. Dabei solltest du ständig rühren, weil die Konfitüre schnell am Topfboden ansetzen kann.
Mache anschließend eine Gelierprobe. Dafür gibst du einen kleinen Löffel Konfitüre auf einen kalten Teller. Wird die Masse nach kurzer Zeit fester, ist die Konfitüre fertig. Bleibt sie zu flüssig, kannst du sie noch 1 bis 2 Minuten weiterkochen.
Fülle die heiße Quittenkonfitüre sofort in saubere, heiß ausgespülte Schraubgläser. Verschließe die Gläser gut und lasse sie abkühlen. Kühl und dunkel gelagert hält sich die Konfitüre mehrere Monate. Nach dem Öffnen sollte sie im Kühlschrank aufbewahrt und zeitnah verbraucht werden.

Vegane Variante
Eine besondere vegane Variante ist hier eigentlich nicht nötig, denn Quittenkonfitüre ist von Natur aus meist vegan. Wenn du ganz sicher sein möchtest, achte beim Gelierzucker darauf, dass er ohne tierische Zusätze hergestellt wurde. Die meisten klassischen Gelierzucker enthalten Zucker, Pektin und Säuerungsmittel und sind daher für eine vegane Ernährung geeignet.
Häufige Fragen zur Quittenkonfitüre
Muss man Quitten schälen?
Nein, die Schale kann dranbleiben, wenn sie sauber und unbeschädigt ist. Sie enthält Aroma und hilft durch natürliches Pektin beim Gelieren.
Warum sind Quitten so hart?
Quitten haben ein sehr festes Fruchtfleisch und sind roh kaum genießbar. Durch das Kochen werden sie weich, aromatisch und angenehm fruchtig.
Kann ich Quittenkonfitüre ohne Gelierzucker machen?
Ja, das ist möglich, aber etwas aufwendiger. Dann brauchst du normalen Zucker, Zitronensaft und eine längere Kochzeit. Mit Gelierzucker gelingt die Konfitüre einfacher und zuverlässiger.
Warum wird Quittenkonfitüre manchmal rötlich?
Die Farbe verändert sich beim Kochen durch natürliche Pflanzenstoffe in der Quitte. Je länger Quitten gekocht werden, desto stärker kann sich die Farbe ins Goldene oder Rötliche entwickeln.
Kann ich Quitten mit anderem Obst mischen?
Ja, Quitten passen sehr gut zu Äpfeln, Birnen, Orangen oder auch etwas Ingwer. Besonders Apfel und Quitte ergeben eine milde, sehr harmonische Konfitüre.
Was passt zu Quittenkonfitüre?
Sie schmeckt klassisch auf Brot und Brötchen, passt aber auch wunderbar zu Käse, Joghurt, Quark, Pfannkuchen, Waffeln oder als Füllung für Gebäck.

Wie gesund und nährstoffreich sind die Zutaten?
Quitten sind ein sehr interessantes Obst, weil sie viele Ballaststoffe enthalten und von Natur aus reich an aromatischen Pflanzenstoffen sind. Besonders das enthaltene Pektin ist bekannt dafür, Flüssigkeit zu binden. Genau deshalb eignen sich Quitten so gut für Konfitüre, Gelee und Mus.
Außerdem enthalten Quitten Vitamin C, Kalium und verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Durch das Kochen geht ein Teil der hitzeempfindlichen Vitamine verloren, aber das fruchtige Aroma, die Ballaststoffe und einige Pflanzenstoffe bleiben erhalten. Quittenkonfitüre ist daher zwar kein klassisches Gesundheitsrezept, bringt aber mehr Frucht und Aroma mit als viele sehr einfache süße Aufstriche.

Natürlich enthält Konfitüre auch Zucker. Deshalb genießt man sie am besten bewusst und in kleinen Mengen. Gerade weil Quitten ein so intensives Aroma haben, reicht oft schon ein dünner Aufstrich, um Brot, Brötchen oder Gebäck besonders fein schmecken zu lassen.
Hast du selbst schon einmal Quittenkonfitüre gemacht? Magst du sie lieber ganz pur, mit Vanille, mit Zimt oder vielleicht gemischt mit Apfel oder Birne? Schreib uns gern in die Kommentare, wie dein Rezept aussieht und welche Quittenideen du besonders lecker findest.
