Frische Oliven vom Baum sind roh nicht essbar, weil sie sehr bitter sind
Das liegt an natürlichen Bitterstoffen, und bei Oliven ist dabei vor allem Oleuropein der große „Bittermacher“. Frisch vom Baum sind viele Sorten deshalb kaum genießbar, weil die Bitterkeit sehr dominant ist und alles andere übertönt.

Beim Einlegen geht es genau um diesen Wandel: Die Bitterstoffe sollen nach und nach reduziert werden, während gleichzeitig Salz, Wasser und Gewürze dafür sorgen, dass sich ein rundes, würziges Aroma entwickelt. Du nimmst der Olive also die Schärfe, ohne ihren Charakter zu verlieren, und am Ende schmeckt sie ausgewogen, leicht herb, angenehm salzig und einfach richtig mediterran.
Es gibt mehrere Methoden, und jede hat ihren eigenen Rhythmus und ein anderes Ergebnis. Manche Wege arbeiten mit Wasserwechseln, andere mit Salzlake, wieder andere mit einer trockenen Salzung, und oft wird zusätzlich mit Kräutern, Zitrus, Knoblauch oder Chili gespielt. Je nachdem, wie schnell du Bitterkeit abbauen willst und wie kräftig du es am Ende magst, wählst du den Ansatz, der am besten zu deinem Geschmack passt. Wichtig ist vor allem, dass du verstehst, was dabei passiert: Salz zieht Flüssigkeit aus der Olive, die Bitterstoffe lösen sich, und die Lake wird zum „Schutzraum“, in dem Aroma entsteht und Haltbarkeit wächst.

Wenn du einmal verstanden hast, wie Salz, Wasser und Zeit zusammenarbeiten, wird Oliven einlegen wirklich überraschend einfach. Du brauchst keine komplizierten Geräte, sondern eher Geduld und ein bisschen Aufmerksamkeit für Sauberkeit und Mengenverhältnisse. Nach ein paar Tagen oder Wochen merkst du schon, wie sich Geruch und Geschmack verändern, und genau das macht es so spannend. Am Ende bekommst du Oliven, die nicht nur würzig und lange haltbar sind, sondern auch viel persönlicher schmecken als viele Standardprodukte aus dem Supermarkt.
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🥄 Die Basics, die du vorher wissen solltest
Welche Oliven eignen sich?
- Grüne Oliven werden früher geerntet. Sie bleiben fester und schmecken oft frischer und herber.
- Schwarze Oliven sind reifer. Sie schmecken meist milder, runder und fruchtiger.
- Wichtig: Nimm nur unbeschädigte Oliven ohne Schimmel, Druckstellen oder faule Stellen.
🧂 Warum Salz so wichtig ist
Salz ist beim Oliven einlegen der zentrale Baustein, weil es gleich mehrere Aufgaben auf einmal übernimmt. Natürlich bringt es Geschmack, aber es wirkt auch wie eine Art Schutzschild, denn es bremst unerwünschte Keime und macht es ihnen deutlich schwerer, sich auszubreiten. Genau deshalb ist die richtige Salzmenge so wichtig, weil zu wenig Salz die Mischung anfälliger macht und zu viel Salz zwar sicherer ist, aber am Ende schnell zu salzig schmecken kann.

In einer Lake sorgt Salz außerdem dafür, dass die Fermentation in die richtige Richtung läuft. Es schafft Bedingungen, in denen sich die gewünschten Mikroorganismen leichter durchsetzen können, während „falsche“ Bakterien und Schimmel weniger Chancen haben. Damit wird die Fermentation sauberer und stabiler, und du bekommst am Ende ein besseres, verlässlicheres Ergebnis. Gleichzeitig zieht Salz Flüssigkeit aus den Oliven, wodurch sich Bitterstoffe nach und nach lösen und die Lake sich geschmacklich entwickelt.
Damit das gut klappt, lohnt es sich, sauber zu arbeiten, ein passendes Verhältnis zu wählen und die Oliven vollständig unter der Lake zu halten. Wenn nichts an der Oberfläche herumliegt, ist das Risiko deutlich kleiner, dass etwas kippt. So wird Salz zum Schlüssel, der Geschmack, Haltbarkeit und eine saubere Fermentation in der Lake zusammenbringt.
🧼 Sauberkeit ist die halbe Miete
Gläser, Deckel, Gewichte und auch deine Hände sollten wirklich sauber sein, weil Sauberkeit beim Einlegen und Fermentieren vieles einfacher macht. Du musst dabei nicht so streng vorgehen wie beim Einkochen, wo Sterilisation und absolut keimfreie Bedingungen wichtig sind. Trotzdem lohnt sich hygienisches Arbeiten, weil du damit das Risiko senkst, dass sich unerwünschte Keime durchsetzen oder sich oben etwas bildet, das du später nicht haben willst. Es geht also nicht um Perfektion, sondern um gute Basics, die dir ein stabiles Ergebnis sichern.
Am besten spülst du Gläser und Deckel sehr heiß aus oder lässt sie durch die Spülmaschine laufen und trocknest sie anschließend gut ab. Gewichte, die du verwendest, sollten ebenfalls sauber und geruchsfrei sein, weil sie direkt mit der Lake in Kontakt kommen. Hände wäschst du am besten kurz vorher gründlich, und wenn du zwischendurch etwas anfasst, was nicht in die Küche gehört, einfach nochmal. Auch saubere Utensilien wie Löffel, Zangen oder Trichter helfen, weil du so nicht ständig nachbessern musst.

Wenn du diese einfachen Hygieneschritte einhältst, fermentiert alles ruhiger und du hast deutlich weniger „Überraschungen“ im Glas. Und genau das ist am Ende der Punkt: Du musst nicht übertreiben, aber hygienisch arbeiten hilft wirklich sehr.
🌿 Die 4 gängigsten Methoden im Überblick
| Methode | Dauer | Geschmack | Für wen gut |
|---|---|---|---|
| Wasserwechsel | 2 bis 6 Wochen | mild, sauber | wenn du es simpel willst |
| Salzlake Fermentation | 4 bis 12 Wochen | würzig, komplex | wenn du Aroma liebst |
| Laugenmethode | 3 bis 10 Tage plus Reife | schnell, klassisch | wenn du Tempo willst |
| Trockensalzen | 1 bis 3 Wochen | intensiv, leicht „rosinig“ | super für sehr reife Oliven |
🟢 Tipp: Wenn du zum ersten Mal einlegst, starte mit der Salzlake Fermentation. Sie ist klassisch und geschmacklich oft am besten.
Methode 1: Oliven in Salzlake fermentieren, der Klassiker 🫒🥬
Das ist die traditionelle Methode, bei der Oliven langsam entbittern und dabei ein tiefes Aroma entwickeln.
✅ Das brauchst du
- frische Oliven
- ein großes Glas oder Gärtopf
- ein Gewicht, damit alles unter Flüssigkeit bleibt
- Salz ohne Jod und ohne Rieselhilfen
- Wasser, am besten gefiltert oder abgekocht und abgekühlt
🧂 Salzlake ansetzen
Für die Startphase ist eine kräftige Lake beliebt.
- 10 Prozent Lake bedeutet 100 g Salz auf 1 Liter Wasser
🍽️ Schritt für Schritt
- Oliven waschen und aussortieren.
- Jede Olive 1 bis 2 Mal einschneiden oder mit einem Stein leicht anquetschen. Das beschleunigt alles.
- Oliven ins Glas füllen.
- Lake anrühren, bis das Salz gelöst ist.
- Oliven komplett mit Lake bedecken.
- Gewicht drauflegen, damit keine Olive hochschwimmt.
- Glas locker schließen oder mit Gärverschluss arbeiten.
- 1 Woche bei Zimmertemperatur stehen lassen, nicht in die Sonne.
- Danach alle paar Tage kontrollieren, ob alles bedeckt bleibt.
- Nach 4 Wochen probieren. Wenn sie dir noch zu bitter sind, weiter fermentieren lassen.
🧠 Wann sind sie fertig?
Wenn die Bitterkeit deutlich milder ist und die Olive angenehm würzig schmeckt. Das kann je nach Sorte und Reife 4 bis 12 Wochen dauern.
🫙 Danach richtig lagern
Für die Lagerphase ist eine mildere Lake angenehm.
- 6 bis 8 Prozent Lake bedeutet 60 bis 80 g Salz auf 1 Liter Wasser
Viele geben noch etwas Säure dazu. Das rundet den Geschmack. - 2 bis 4 EL Weißweinessig oder Zitronensaft pro Liter, optional

🚿 Methode 2: Entbittern durch Wasserwechsel, sehr simpel 🫒💧
Diese Methode ist easy, braucht aber Geduld.
🍽️ So geht es
- Oliven waschen und anritzen.
- In ein großes Gefäß geben und mit Wasser bedecken.
- Wasser täglich wechseln, mindestens in den ersten 7 bis 10 Tagen.
- Danach reicht oft alle 2 Tage.
- Nach 2 bis 6 Wochen schmecken sie deutlich milder.
- Dann in eine 6 bis 8 Prozent Salzlake umziehen, sonst sind sie nicht stabil.
🟢 Tipp: Wenn du das Wasser am Anfang nicht oft wechselst, kann es muffig werden. Dann lieber neu starten.
⚗️ Methode 3: Laugenmethode, schnell und sehr effektiv ⚠️
Damit entbitterst du Oliven in wenigen Tagen. Du brauchst aber Sorgfalt.
⚠️ Sicherheit
- Nur Lebensmittelgeeignete Natronlauge verwenden
- Handschuhe und Brille tragen
- Niemals Aluminium nutzen
- Lauge immer ins Wasser geben, nicht umgekehrt
Grobablauf
- 1 bis 2 Prozent Lauge ansetzen.
- Oliven 6 bis 12 Stunden einlegen, je nach Größe.
- Danach sehr gründlich spülen.
- Mehrere Tage wässern mit häufigem Wasserwechsel.
- Am Ende in Salzlake einlegen und mindestens 1 bis 2 Wochen reifen lassen.
🟢 Tipp: Diese Methode lohnt sich, wenn du sehr viele Oliven hast und schneller fertig sein willst.

🧂 Methode 4: Trockensalzen, perfekt für sehr reife Oliven 🫒🌙
Das ist beliebt für schwarze, weiche Oliven. Sie werden dabei schrumpeliger, aber sehr aromatisch.
So geht es
- Oliven waschen und trocken tupfen.
- In einer Schüssel lagenweise mit grobem Salz schichten.
- Kühl stehen lassen und alle paar Tage durchmischen.
- Nach 1 bis 3 Wochen probieren.
- Salz abspülen, gut trocknen lassen.
- Danach oft mit etwas Olivenöl, Kräutern und Knoblauch lagern.
🌿 Würzen und Aromatisieren, so werden sie richtig spannend
Du kannst Oliven pur lassen oder ihnen eine Richtung geben.
Klassiker, die fast immer passen
- Knoblauchzehen
- Zitronenschale
- Rosmarin oder Thymian
- Oregano
- Chili
- Lorbeer
- Pfefferkörner
- Fenchelsamen
🟢 Tipp: Gewürze lieber sparsam starten. Du kannst später nachlegen, aber zu viel wird schnell dominant.
🧊 Lagerung und Haltbarkeit
- Oliven sollten immer bedeckt sein, entweder von Lake oder Öl.
- Kühl und dunkel lagern ist ideal.
- Nach dem Öffnen ist der Kühlschrank meist die beste Wahl.
- Wenn es trüb wird oder gärig untypisch riecht, lieber kritisch prüfen.
❓ Häufige Fragen und schnelle Problemlöser
- Warum sind meine Oliven noch bitter? Dann brauchen sie mehr Zeit. Oder sie waren sehr unreif. Schneiden oder anquetschen hilft beim nächsten Ansatz.
- Was ist der weiße Film oben? Das kann eine harmlose Hefeschicht sein. Entferne sie und achte darauf, dass alles unter der Lake bleibt. Wenn es pelzig wird oder bunt, dann entsorgen.
- Warum werden Oliven weich? Oft war die Salzkonzentration zu niedrig. Oder die Temperatur war zu warm. Nutze genug Salz und lagere kühler.
- Muss ich ein Fermentationsgewicht benutzen? Du brauchst irgendetwas, das die Oliven unten hält. Luftkontakt ist der häufigste Grund für Probleme.
- Kann ich gekaufte Oliven nochmal einlegen? Ja, zum Aromatisieren geht das. Roh entbittern musst du nur bei frischen Oliven vom Baum.

🧾 Mini Spickzettel für perfekte Oliven
- anritzen oder anquetschen für schnelleres Ergebnis
- Startlake gern 10 Prozent, Lagerlake 6 bis 8 Prozent
- alles muss unter Flüssigkeit bleiben
- Geduld bringt Geschmack
- kühl lagern macht es stabiler
Hast du Oliven schon mal selbst eingelegt? Und wenn ja welche Variante hast du gewählt und gern kannst du uns noch ein paar Tipps und Schritte zum Einlegen in den Kommentaren mitteilen.
