Di.. Aug. 25th, 2026
Weiße Baisers in verschiedenen Formen auf einem hellen Teller vor einem dezenten Hintergrund.
Hausgemachtes Baiser auf dem Teller - Bildnachweis: Esin Deniz - iStock ID: 2170063780

Baiser richtig backen – damit es außen knusprig und innen zart bleibt

Selbst gemachtes Baiser besteht aus erstaunlich wenigen Zutaten und wird trotzdem zu einem besonderen kleinen Gebäck. Außen wird es trocken und herrlich knusprig, während größere Baisers im Inneren je nach Backzeit noch leicht weich und zart bleiben können.

Mehrere kleine weiße Baiserhäubchen in einer Glasschale auf einem Tuch, dazu einzelne Baisers im Vordergrund.
Zarte Baiserhäubchen in der Glasschale – Bildnachweis: Natalya_Yudina – iStock ID: 1283924223

Die kleinen weißen Häubchen aus Eischnee und Zucker eignen sich wunderbar zum Kaffee, als Dekoration für Kuchen und Torten oder für Desserts mit Früchten und Sahne. Besonders gut harmoniert die intensive Süße mit säuerlichen Beeren, Zitrone, Rhabarber oder Johannisbeeren.

Damit Baiser gelingt, muss das Eiweiß sehr sauber vom Eigelb getrennt und anschließend stabil aufgeschlagen werden. Der Zucker wird erst nach und nach eingearbeitet. Anschließend wird das Baiser bei niedriger Temperatur getrocknet, statt bei großer Hitze klassisch gebacken zu werden.

Viele weiße Baisers mit typischer spiralförmiger Struktur dicht nebeneinander in einer Nahaufnahme.
Knusprige Baisers in Nahaufnahme – Bildnachweis: wjarek – iStock ID: 495855575

Diese Zutaten brauchst du für knuspriges Baiser

Die Menge reicht für etwa 30 bis 35 kleine Baisers.

  • 3 Eiweiß, Größe M
  • 150 g feiner Zucker
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 TL Speisestärke
  • 1 TL Vanillezucker oder etwas Vanilleextrakt, optional

So schlägst du eine stabile Baisermasse auf

Den Backofen auf 100 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.

Die Eier sorgfältig trennen. Im Eiweiß darf kein Eigelb landen, denn bereits kleine Mengen Fett können verhindern, dass sich ein stabiler Eischnee bildet. Auch Schüssel und Rührbesen sollten vollkommen sauber und fettfrei sein.

Das Eiweiß zunächst mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine auf mittlerer Stufe anschlagen. Sobald es weiß und schaumig wird, den Zitronensaft hinzufügen und anschließend mit höherer Geschwindigkeit weiterschlagen.

Wenn sich weiche Spitzen bilden, den Zucker nach und nach einrieseln lassen. Dabei immer nur etwa einen Esslöffel hinzufügen und anschließend einige Sekunden weiterschlagen, bevor die nächste Portion folgt. Durch dieses langsame Einarbeiten entsteht eine besonders glänzende Baisermasse.

Nach ungefähr fünf bis acht Minuten sollte die Masse dick, weiß und glänzend sein. Beim Herausziehen des Schneebesens müssen feste Spitzen stehen bleiben. Etwas Masse zwischen zwei Fingern verreiben: Sind kaum noch Zuckerkristalle zu spüren, ist der Eischnee fertig.

Zum Schluss Speisestärke und nach Wunsch Vanille vorsichtig unterheben. Die Stärke hilft dabei, das Baiser stabil und fein werden zu lassen.

Glatte, feste Baisermasse in einer Glasschüssel mit Rührbesen, daneben liegen Eierschalen und Zucker.
Baisermasse in der Rührschüssel – Bildnachweis: Olga Mazyarkina – iStock ID: 1406668329

Baiser formen und langsam im Ofen trocknen

Die fertige Masse in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und kleine Tupfen oder Rosetten auf das vorbereitete Backpapier spritzen. Alternativ können mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen geformt werden.

Zwischen den einzelnen Baisers etwas Abstand lassen. Sie gehen beim Backen zwar kaum auseinander, benötigen aber genügend Luft, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Die kleinen Baisers bei 100 Grad etwa 90 Minuten trocknen. Größere Stücke können je nach Größe zwei Stunden oder länger benötigen. Sie sollten möglichst hell bleiben und dürfen nicht deutlich braun werden.

Anschließend den Backofen ausschalten und die Tür einen kleinen Spalt öffnen. Das Baiser im Ofen auskühlen lassen, damit es langsam weiter trocknen kann und weniger leicht reißt.

Vollständig ausgekühlte Baisers sollten sich problemlos vom Backpapier lösen. Sind sie unten noch klebrig, benötigen sie etwas mehr Trockenzeit.

Kleine Tipps für besonders schönes Baiser

Beim Trennen der Eier empfiehlt es sich, jedes Ei zunächst über einer separaten kleinen Schüssel zu trennen. Falls doch einmal Eigelb hineinläuft, wird dadurch nicht das gesamte Eiweiß für das Baiser unbrauchbar.

Feiner Zucker löst sich wesentlich schneller auf als grober Kristallzucker. Normaler Haushaltszucker kann vorher kurz im Mixer feiner gemahlen werden, sollte aber nicht zu Puderzucker werden.

Feuchtigkeit ist der größte Feind von knusprigem Baiser. An sehr feuchten Tagen können die fertigen Stücke schneller klebrig werden. Sie sollten deshalb vollständig ausgekühlt und anschließend luftdicht aufbewahrt werden.

Wie gesund sind die Zutaten im Baiser?

Eiweiß liefert hochwertiges Protein und enthält selbst nur wenig Fett. Im Baiser macht es allerdings mengenmäßig nur einen vergleichsweise kleinen Teil aus.

Der Hauptbestandteil neben Eiweiß ist Zucker. Dadurch enthält Baiser trotz seiner leichten und luftigen Struktur relativ viel Zucker und schnell verfügbare Kohlenhydrate. Dass ein Stück sehr leicht ist, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass es sich um ein besonders nährstoffreiches Dessert handelt.

Fett enthält klassisches Baiser praktisch nicht. Trotzdem sollte es eher als süße Nascherei betrachtet werden. Gerade kleine Baiser-Tupfen eignen sich gut, wenn nur eine kleine süße Ergänzung zu Obst oder einem Dessert gewünscht ist.

Wer weniger Zucker verwendet, verändert allerdings auch die Konsistenz. Zucker sorgt nicht nur für Süße, sondern stabilisiert den Eischnee und trägt wesentlich zur knusprigen Struktur bei. Die Menge lässt sich deshalb nicht beliebig reduzieren.

Glänzend aufgeschlagener Eischnee für Baiser in einer Glasschüssel, der mit einem Handmixer aufgeschlagen wird.
Eischnee für Baiser aufschlagen – Bildnachweis: Olga Yastremska – iStock ID: 2270531970

So gelingt veganes Baiser mit Aquafaba

Für veganes Baiser lässt sich Eiweiß erstaunlich gut durch Aquafaba ersetzen. Dabei handelt es sich um die Flüssigkeit aus einem Glas oder einer Dose Kichererbsen.

Für dieses Rezept werden etwa 100 ml Aquafaba verwendet. Die Flüssigkeit zunächst mehrere Minuten kräftig aufschlagen, bis ein fester Schaum entsteht. Anschließend 150 Gramm feinen Zucker ebenfalls nach und nach einrieseln lassen.

Ein Teelöffel Zitronensaft und etwas Speisestärke stabilisieren die vegane Baisermasse zusätzlich. Die Masse lässt sich anschließend genauso aufspritzen wie klassisches Baiser.

Veganes Baiser benötigt häufig etwas länger zum Trocknen. Je nach Größe können bei 100 Grad etwa 90 bis 120 Minuten erforderlich sein. Geschmacklich ist das fertige Aquafaba-Baiser angenehm neutral; der Kichererbsengeschmack verschwindet beim Backen weitgehend.

Ideen für leckere Abwandlungen

Für Schokoladen-Baiser kann nach dem Aufschlagen etwas gesiebtes Kakaopulver vorsichtig unter die Masse gezogen werden. Nicht vollständig verrühren, wenn eine schöne marmorierte Optik entstehen soll.

Besonders frisch schmeckt Baiser mit fein abgeriebener Zitronen- oder Orangenschale. Dabei wirklich nur die äußerste farbige Schale verwenden, damit keine bitteren Aromen in die süße Baisermasse gelangen.

Auch gehackte Pistazien, Mandeln oder Haselnüsse passen sehr gut. Sie können vor dem Trocknen sparsam auf die Baiserhäubchen gestreut werden und sorgen für einen knusprig-nussigen Kontrast.

Für kleine Desserts lassen sich größere Baiserschalen formen und nach dem Auskühlen mit Schlagsahne und frischen Erdbeeren, Himbeeren oder Maracuja füllen. Daraus entsteht eine einfache Variante, die an Pavlova erinnert.

Wer Baiser für Torten verwenden möchte, kann die Masse auch als größere Böden aufspritzen. Diese benötigen eine deutlich längere Trockenzeit und sollten bei niedriger Temperatur langsam austrocknen.

Weiße Baisers in verschiedenen Formen auf einem hellen Teller vor einem dezenten Hintergrund.
Hausgemachtes Baiser auf dem Teller – Bildnachweis: Esin Deniz – iStock ID: 2170063780

Häufig gestellte Fragen zu Baiser

Warum wird mein Baiser nicht fest?
Häufig befinden sich Eigelb- oder Fettreste im Eiweiß oder in der Schüssel. Auch zu schnell hinzugefügter Zucker kann verhindern, dass eine stabile Masse entsteht.

Warum wird Baiser nach dem Backen klebrig?
Meist enthält es noch zu viel Restfeuchtigkeit oder wurde feucht gelagert. In diesem Fall kann es noch einmal für etwa 20 bis 30 Minuten bei niedriger Temperatur getrocknet werden.

Wie lange ist selbst gemachtes Baiser haltbar?
Luftdicht und trocken aufbewahrt hält es sich etwa ein bis zwei Wochen. Der Kühlschrank ist wegen der dortigen Feuchtigkeit weniger geeignet.

Kann man Baiser einfrieren?
Das ist zwar möglich, aber nicht ideal. Beim Auftauen kann Feuchtigkeit entstehen und die knusprige Konsistenz beeinträchtigen.

Warum wird mein Baiser im Ofen braun?
Die Temperatur ist wahrscheinlich zu hoch. Baiser soll eher trocknen als backen und bleibt bei ungefähr 90 bis 100 Grad besonders schön hell.

Kann ich Baiser schon einige Tage vorher vorbereiten?
Ja, gerade kleine trockene Baisers eignen sich hervorragend zum Vorbereiten. Sie müssen lediglich luftdicht und vor Feuchtigkeit geschützt gelagert werden.

Selbst gemachtes Baiser wird aus wenigen Zutaten herrlich knusprig

Mit Eiweiß, Zucker und etwas Geduld entsteht knuspriges Baiser, das pur ebenso gut schmeckt wie zu Früchten, Sahne oder als Dekoration für Kuchen und Desserts. Entscheidend sind ein stabil geschlagener Eischnee und langsames Trocknen bei niedriger Temperatur – dann werden die kleinen Häubchen wunderbar leicht und zart.


Wie magst du Baiser am liebsten – ganz klassisch weiß und knusprig oder mit Schokolade, Nüssen oder frischen Früchten kombiniert? Kennst du noch einen besonderen Trick für perfekte Baiserhäubchen? Teile deine Backideen und Erfahrungen gerne in den Kommentaren.