Sellerie: Tipps für Einkauf, Lagerung und die beste Verwendung
Sellerie gehört zu den Gemüsesorten, die in der Küche oft unterschätzt werden. Dabei steckt in ihm sehr viel Aroma. Er schmeckt würzig, frisch, leicht herb und je nach Sorte auch etwas süßlich. Besonders in Suppen, Eintöpfen, Saucen und Salaten spielt Sellerie eine wichtige Rolle.

Viele kennen Sellerie vor allem als Bestandteil von Suppengrün. Dort sorgt er zusammen mit Möhre, Lauch und Petersilie für einen kräftigen Grundgeschmack. Doch Sellerie kann viel mehr als nur Brühe aromatisieren. Er schmeckt roh, gekocht, gebraten, püriert, gebacken und sogar als knusprige Ofenbeilage.
Grundsätzlich unterscheidet man vor allem Knollensellerie, Stangensellerie und Schnittsellerie. Knollensellerie bildet eine große, runde Wurzelknolle. Stangensellerie hat lange, knackige Blattstiele. Schnittsellerie wird vor allem wegen seiner aromatischen Blätter verwendet. Alle Varianten haben ihren eigenen Charakter.

Was ist Sellerie genau?
Sellerie ist ein Doldenblütler und gehört zur gleichen Pflanzenfamilie wie Karotten, Petersilie, Fenchel und Pastinaken. Das erklärt auch sein würziges, leicht kräuterartiges Aroma. In der Küche wird Sellerie sowohl als Gemüse als auch als Gewürzzutat genutzt.
Knollensellerie hat eine raue, bräunliche Schale und helles, festes Fruchtfleisch. Er schmeckt erdig, würzig, leicht süßlich und wird beim Kochen angenehm weich. Er eignet sich besonders gut für Suppen, Püree, Ofengemüse, Salate und vegetarische Schnitzel.
Stangensellerie, auch Bleichsellerie genannt, hat lange, grüne bis hellgrüne Stangen. Er ist knackig, saftig und schmeckt frischer als Knollensellerie. Man verwendet ihn gern roh als Snack, in Salaten, in Smoothies, in Pfannengerichten oder als aromatische Zutat in Saucen und Schmorgerichten.
Selleriegrün ist ebenfalls wertvoll. Die Blätter haben ein kräftiges Aroma und können ähnlich wie Petersilie verwendet werden. Sie passen zu Suppen, Eintöpfen, Kartoffelgerichten, Kräuterquark und Gemüsepfannen. Zu schade also, um sie einfach wegzuwerfen.
Woher kommt Sellerie ursprünglich?
Sellerie ist schon sehr lange bekannt. Seine wilden Formen wuchsen ursprünglich in feuchten, salzhaltigen Gebieten Europas, Nordafrikas und Westasiens. Besonders an Küsten, auf feuchten Wiesen und in sumpfigeren Regionen kam wilder Sellerie vor.
Schon in der Antike wurde Sellerie genutzt. In Griechenland und Rom kannte man ihn als Würzpflanze und Heilpflanze. Damals sah Sellerie noch nicht so aus wie die heutigen großen Knollen oder saftigen Stangen, wurde aber wegen seines intensiven Aromas geschätzt.
Die heutigen Kulturformen entstanden erst durch lange Züchtung. Knollensellerie wurde besonders in Europa wichtig, weil er lagerfähig ist und im Winter wertvolle Würze liefert. Stangensellerie wurde vor allem in anderen Küchen beliebt, etwa in der mediterranen, französischen, amerikanischen und asiatisch inspirierten Küche.
Heute wird Sellerie in vielen Ländern angebaut. In Deutschland ist vor allem Knollensellerie sehr verbreitet. Stangensellerie findet man inzwischen ebenfalls fast das ganze Jahr über im Handel und wird immer häufiger für Salate, Snacks und moderne Gemüsegerichte verwendet.

Sellerie anbauen: Garten, Hochbeet, Kübel oder Balkon
Sellerie lässt sich im eigenen Garten anbauen, braucht aber etwas Geduld und gute Pflege. Die Pflanzen mögen einen sonnigen Standort, nährstoffreiche Erde, gleichmäßige Feuchtigkeit und lockeren Boden. Besonders wichtig ist, dass Sellerie nicht austrocknet, weil er sonst kleiner bleibt oder faseriger werden kann.
Knollensellerie braucht eine lange Wachstumszeit. Deshalb wird er meist vorgezogen und erst nach den letzten Frösten ins Beet gepflanzt. Die jungen Pflanzen sollten nicht zu tief gesetzt werden, damit sich die Knolle gut entwickeln kann. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, besonders in trockenen Sommern.
Im Hochbeet kann Sellerie gut wachsen, wenn ausreichend Platz vorhanden ist. Knollensellerie braucht etwas Abstand zu anderen Pflanzen, weil die Knolle Raum benötigt. Stangensellerie passt ebenfalls ins Hochbeet, sollte dort aber nicht zu trocken stehen. Mulch kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
Im Kübel ist vor allem Stangensellerie interessant. Dafür braucht man einen ausreichend großen Topf, nährstoffreiche Erde und regelmäßiges Wasser. Auf einem sonnigen bis halbschattigen Balkon kann er gut gedeihen, wenn die Versorgung stimmt. Knollensellerie im Kübel ist möglich, braucht aber deutlich mehr Platz.
Schnittsellerie ist für Balkon und Kübel besonders praktisch. Er wird wegen seiner Blätter angebaut und kann immer wieder geerntet werden. Die Blätter geben Suppen, Salaten und Gemüsegerichten eine kräftige Würze und sind eine schöne Alternative zu Petersilie.
Saison und Einkauf: Wann bekommt man Sellerie besonders gut?
Knollensellerie hat in Deutschland vor allem vom Spätsommer bis in den Winter Saison. Er wird meist ab August, September und Oktober geerntet und ist durch seine gute Lagerfähigkeit oft bis weit in den Winter erhältlich. Gerade in der kalten Jahreszeit ist er ein typisches Gemüse für Suppen und Eintöpfe.
Stangensellerie bekommt man inzwischen fast das ganze Jahr über. Besonders frisch schmeckt er, wenn die Stangen fest, knackig und saftig wirken. Die Blätter sollten nicht welk sein. Sehr trockene Schnittstellen oder schlaffe Stangen deuten darauf hin, dass der Sellerie schon länger liegt.
Beim Kauf von Knollensellerie sollte die Knolle fest, schwer und möglichst ohne weiche Stellen sein. Kleine Risse oder eine raue Schale sind normal. Wichtig ist, dass die Knolle nicht muffig riecht und keine fauligen Stellen hat. Frisches Grün ist ein gutes Zeichen, wenn es noch vorhanden ist.
Bei Stangensellerie sollte man auf kräftige, frische Stangen achten. Sie sollten beim Biegen nicht gummiartig wirken, sondern knackig brechen. Dünnere Stangen sind oft zarter, dickere können etwas faseriger sein. Die Blätter kann man mitverwenden, solange sie frisch aussehen.
Zu Hause lagert man Knollensellerie am besten kühl, dunkel und trocken. Angeschnittene Stücke gehören gut verpackt in den Kühlschrank. Stangensellerie bleibt im Gemüsefach mehrere Tage frisch, besonders wenn man ihn in ein feuchtes Tuch einschlägt oder gut verschlossen lagert.
Nährwerte und Gesundheit: Was steckt in Sellerie?
Sellerie ist ein kalorienarmes Gemüse mit viel Wasser und einem kräftigen Aroma. Knollensellerie liefert pro 100 Gramm grob etwa 25 bis 40 Kalorien, Stangensellerie meist noch weniger. Beide Varianten enthalten Ballaststoffe, Kalium, verschiedene Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe.
Stangensellerie besteht zu einem großen Teil aus Wasser und ist dadurch besonders leicht. Er enthält kleine Mengen Vitamin K, Vitamin C, Folsäure und Mineralstoffe. Durch seine Frische passt er gut in Salate, Rohkostteller und leichte Gerichte.
Knollensellerie ist etwas gehaltvoller und liefert mehr Substanz. Er enthält Ballaststoffe, ätherische Öle und Mineralstoffe. Durch seinen würzigen Geschmack kann er Gerichten Tiefe geben, ohne dass man sehr viel Fett oder schwere Zutaten braucht.
Sellerie wird oft als besonders gesundes Gemüse bezeichnet. Das stimmt im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung. Er ist leicht, aromatisch und lässt sich gut mit anderen Gemüsesorten kombinieren. Trotzdem ist Sellerie kein Wundermittel, sondern ein wertvoller Bestandteil einer abwechslungsreichen Küche.
Besonders gut passt Sellerie zu Kartoffeln, Möhren, Lauch, Äpfeln, Nüssen, Joghurt, Hülsenfrüchten und Kräutern. So entstehen sättigende Gerichte, die viele verschiedene Nährstoffe liefern und gleichzeitig bodenständig und einfach bleiben.

Was sollte man beim Verzehr beachten?
Sellerie gehört zu den Lebensmitteln, die häufiger Allergien auslösen können. Besonders Menschen mit Pollenallergien können auf Sellerie reagieren. Typische Beschwerden können Jucken im Mund, Kribbeln, Schwellungen, Hautreaktionen oder Verdauungsprobleme sein.
Wichtig ist auch, dass Sellerie in der EU zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen gehört. Das zeigt, dass Sellerie für empfindliche Menschen relevant sein kann. Wer bereits weiß, dass er Sellerie nicht verträgt, sollte ihn meiden und auch bei Gewürzmischungen, Brühen und Fertigprodukten genau hinsehen.
Roh kann Sellerie für manche Menschen intensiver wirken als gekocht. Besonders Knollensellerie schmeckt roh kräftig und kann bei empfindlicher Verdauung schwerer sein. Gegart ist er oft milder und besser verträglich. Stangensellerie sollte man gründlich waschen, weil sich zwischen den Stangen Erde oder kleine Rückstände sammeln können.
Bei Stangensellerie können die äußeren Stangen manchmal faserig sein. Diese Fasern kann man mit einem Messer oder Sparschäler abziehen. Das macht den Sellerie zarter und angenehmer zu essen. Bei Knollensellerie sollte die dicke Schale großzügig entfernt werden.
Wer Medikamente einnimmt, eine starke Allergieneigung hat oder besondere Ernährungsvorgaben beachten muss, sollte bei Unsicherheit ärztlichen Rat einholen. Für die meisten Menschen ist Sellerie in normalen Mengen aber ein gut verwendbares Gemüse.
Verwendung in der Küche: Von Suppe bis Salat
Sellerie ist ein echter Allrounder in der Küche. Knollensellerie eignet sich besonders für Suppen, Eintöpfe, Püree, Ofengemüse und cremige Saucen. Er bringt eine kräftige Würze mit und macht einfache Gerichte aromatischer.
Sehr beliebt ist Knollensellerie in Gemüsebrühe. Zusammen mit Möhren, Lauch, Zwiebeln und Petersilie bildet er eine klassische Grundlage für Suppen und Saucen. Auch in Kartoffelsuppe, Linseneintopf oder Rindfleischbrühe sorgt er für einen runden Geschmack.
Roh kann Knollensellerie fein geraspelt als Salat gegessen werden. Besonders gut passt er zu Apfel, Joghurt, Zitrone, Walnüssen und etwas Senf. Dieser klassische Selleriesalat schmeckt frisch, würzig und leicht süßlich.
Stangensellerie ist ideal für Rohkost, Dips und Salate. Die knackigen Stangen passen zu Frischkäse, Hummus, Kräuterquark oder Erdnussbutter. Auch in grünen Smoothies, Gemüsepfannen, Wokgerichten und Tomatensaucen bringt er Frische und Biss.
In der französischen und italienischen Küche ist Sellerie oft Teil einer aromatischen Gemüsegrundlage. Zusammen mit Zwiebeln und Möhren wird er langsam angeschwitzt und bildet die Basis für Saucen, Schmorgerichte und Ragouts. Dadurch bekommt das Gericht mehr Tiefe und ein natürliches Aroma.
Auch vegetarisch und vegan lässt sich Sellerie sehr gut einsetzen. Knollensellerie kann man in Scheiben schneiden, panieren und als Sellerieschnitzel braten. Als Püree mit Kartoffeln wird er cremig und würzig. Im Ofen gebacken bekommt er ein mildes, leicht süßliches Aroma.

Mini-Rezept: Cremige Sellerie-Kartoffel-Suppe
Diese einfache Suppe ist wärmend, würzig und sättigend. Sie passt gut in den Herbst und Winter, schmeckt aber auch an kühleren Tagen im Frühling. Durch Kartoffeln wird sie schön cremig, Sellerie gibt ihr den typischen kräftigen Geschmack.
Zutaten für 3 bis 4 Portionen
400 g Knollensellerie
300 g Kartoffeln
1 Möhre
1 Zwiebel
1 EL Öl oder Butter
800 ml Gemüsebrühe
100 ml Sahne oder Kochsahne nach Wunsch
Salz und Pfeffer
Etwas Muskat
Ein Spritzer Zitronensaft
Frische Petersilie nach Wunsch
Zubereitung
Schäle den Knollensellerie, die Kartoffeln, die Möhre und die Zwiebel. Schneide alles in grobe Würfel. Erhitze Öl oder Butter in einem Topf und dünste die Zwiebel darin glasig an.
Gib Sellerie, Kartoffeln und Möhre dazu und brate alles kurz mit. Gieße die Gemüsebrühe an und lasse die Suppe etwa 20 bis 25 Minuten köcheln, bis das Gemüse weich ist.
Püriere die Suppe fein. Rühre nach Wunsch Sahne oder Kochsahne ein und schmecke alles mit Salz, Pfeffer, Muskat und einem Spritzer Zitronensaft ab. Wenn die Suppe zu dick ist, gib noch etwas Brühe dazu.
Serviere die Sellerie-Kartoffel-Suppe mit frischer Petersilie. Dazu passen geröstete Brotwürfel, ein Stück Bauernbrot oder ein paar gehackte Nüsse als Topping.

Häufige Fragen und Antworten zu Sellerie
Ist Sellerie gesund?
Ja, Sellerie kann eine gesunde Ernährung gut ergänzen. Er ist kalorienarm, aromatisch und enthält Ballaststoffe, Mineralstoffe, Wasser und verschiedene Pflanzenstoffe. Besonders wertvoll ist er als Teil einer abwechslungsreichen Gemüseauswahl.
Was ist der Unterschied zwischen Knollensellerie und Stangensellerie?
Knollensellerie bildet eine große, runde Knolle und schmeckt kräftig, erdig und würzig. Stangensellerie besteht aus langen, knackigen Stielen und schmeckt frischer und saftiger. Beide gehören zur gleichen Pflanzenart, werden aber unterschiedlich verwendet.
Kann man Sellerie roh essen?
Ja, sowohl Knollensellerie als auch Stangensellerie kann man roh essen. Knollensellerie wird roh meist geraspelt und als Salat zubereitet. Stangensellerie eignet sich gut als Snack, für Dips oder in frischen Salaten.
Kann man Selleriegrün essen?
Ja, Selleriegrün ist essbar und sehr aromatisch. Man kann es ähnlich wie Petersilie verwenden. Es passt zu Suppen, Eintöpfen, Kartoffeln, Kräuterquark, Salaten und Gemüsegerichten.
Warum ist Sellerie ein Allergen?
Sellerie kann bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Besonders Personen mit bestimmten Pollenallergien können betroffen sein. Deshalb muss Sellerie in verpackten Lebensmitteln und in der Gastronomie als Allergen gekennzeichnet werden.
Wie lagert man Sellerie richtig?
Knollensellerie lagert man am besten kühl, dunkel und trocken. Angeschnittene Stücke gehören in den Kühlschrank. Stangensellerie bleibt im Gemüsefach frisch, wenn er gut verpackt oder in ein feuchtes Tuch eingeschlagen wird.
Kann man Sellerie einfrieren?
Ja, Sellerie kann man einfrieren. Knollensellerie sollte man vorher schälen und würfeln. Für Suppen und Eintöpfe ist eingefrorener Sellerie sehr praktisch. Stangensellerie kann ebenfalls eingefroren werden, wird nach dem Auftauen aber weicher.
Muss man Stangensellerie schälen?
Nicht immer. Wenn die Stangen zart sind, reicht gründliches Waschen. Bei dickeren oder faserigen Stangen kann man die äußeren Fasern mit einem Messer oder Sparschäler abziehen. Dadurch wird der Sellerie angenehmer zu essen.
Was passt gut zu Sellerie?
Sellerie passt zu Kartoffeln, Möhren, Lauch, Äpfeln, Walnüssen, Zitrone, Joghurt, Sahne, Linsen, Rindfleisch, Geflügel und Kräutern. Besonders gut harmoniert er mit Petersilie, Muskat, Pfeffer, Senf und Lorbeer.
Kann man Sellerie auf dem Balkon anbauen?
Ja, besonders Stangensellerie und Schnittsellerie eignen sich für größere Kübel. Wichtig sind ausreichend Wasser, nährstoffreiche Erde und ein heller Standort. Knollensellerie braucht mehr Platz und ist im Kübel etwas anspruchsvoller.
Sellerie bringt Würze und Frische in einfache Gerichte
Sellerie ist ein vielseitiges Gemüse, das viel mehr kann als nur Suppengrün sein. Knollensellerie bringt kräftiges Aroma, eine angenehme Würze und viel Substanz in warme Gerichte. Stangensellerie sorgt für Frische, Biss und leichte Rohkostideen.
Ob in Suppen, Salaten, Saucen, Ofengerichten oder als Püree, Sellerie lässt sich einfach verwenden und gut mit vielen anderen Zutaten kombinieren. Wer seinen Geschmack mag, bekommt ein bodenständiges Gemüse, das gesund, günstig und sehr praktisch ist.
Hast du Sellerie schon einmal probiert und wie findest du ihn? Welche Obst- und Gemüsesorten oder besonderen Lebensmittel magst du außerdem besonders gern und kannst sie empfehlen? Wir freuen uns über Kommentare.