Rettich: Das steckt im scharfen Gemüse und so nutzt du ihn richtig
Rettich gehört zu den Gemüsesorten, die viele kennen, aber nicht immer regelmäßig verwenden. Oft denkt man zuerst an Biergarten, Brotzeit, Salz und dünn geschnittene Scheiben. Dabei kann Rettich viel mehr. Er passt in Salate, auf Brote, in Bowls, zu Kartoffeln, in asiatische Gerichte und auch in warme Rezepte.

Sein Geschmack ist frisch, würzig und je nach Sorte mild bis deutlich scharf. Genau diese Schärfe macht ihn so besonders. Sie kommt von natürlichen Senföle, die auch in Radieschen, Kresse, Meerrettich, Rucola und Kohl vorkommen. Dadurch bringt Rettich sofort Frische und Charakter auf den Teller.
Besonders beliebt ist weißer Rettich in der deutschen, österreichischen und bayerischen Küche. Dort wird er oft als Radi serviert, dünn gehobelt, leicht gesalzen und zur Brotzeit gegessen. In Asien spielt Daikon eine große Rolle. Diese lange, meist mildere Rettichform wird roh, eingelegt, gekocht oder in Suppen verwendet.
Schwarzer Rettich ist kräftiger, würziger und gilt eher als klassisches Wintergemüse. Insgesamt ist Rettich sehr leicht, wasserreich und kalorienarm. Wer knackiges Gemüse mit frischer Würze mag, findet darin eine einfache und günstige Zutat, die viele Gerichte aufwerten kann.

Wo Rettich angebaut wird
Rettich wird in vielen Regionen der Welt angebaut. Er wächst schnell, bevorzugt lockeren Boden und kommt je nach Sorte mit mildem bis kühlem Klima gut zurecht. Zu große Hitze kann dazu führen, dass die Wurzeln schneller scharf, holzig oder pelzig werden. Deshalb sind Frühling und Herbst für viele Sorten besonders gute Anbauzeiten.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Rettich auch regional angebaut. Vor allem weißer Sommerrettich ist in der warmen Jahreszeit häufig auf Märkten und in Supermärkten zu finden. Auch in den Niederlanden, Frankreich, Italien, Spanien und weiteren europäischen Ländern spielt der Anbau eine Rolle.
In Asien ist Daikon besonders verbreitet. Er gehört dort zu vielen Alltagsgerichten und wird roh, gekocht, eingelegt oder fermentiert verwendet. In Japan, Korea und China passt Rettich in Suppen, Eintöpfe, Salate und Beilagen.
Schwarzer Rettich wird vor allem in der kühleren Saison geschätzt. Er hat eine dunkle Schale, weißes Fruchtfleisch und schmeckt kräftiger als viele helle Sorten. Man isst ihn roh gerieben, in Scheiben geschnitten oder nutzt ihn traditionell auch für einfache Hausmittel.
Wann hat Rettich Saison?
Die Saison von Rettich hängt stark von der Sorte ab. Weißer Sommerrettich hat in Mitteleuropa meist von März oder April bis September Saison. Dann ist er besonders frisch, knackig und oft auch günstiger. Man findet ihn in dieser Zeit im Supermarkt, auf Wochenmärkten oder direkt im Hofladen.
Schwarzer Winterrettich hat seine Hauptzeit eher in den kalten Monaten. Er wird ungefähr von November bis Februar angeboten und lässt sich gut lagern. Deshalb passt er besonders gut in die Winterküche. Sein Geschmack ist kräftiger, schärfer und etwas erdiger als bei weißem Rettich.
Daikon ist in vielen Supermärkten fast ganzjährig erhältlich, weil er aus verschiedenen Ländern importiert wird. Besonders häufig findet man ihn in asiatischen Lebensmittelläden, meist als langen weißen Rettich.
Grundsätzlich bekommt man Rettich heute fast das ganze Jahr. Am besten schmeckt er aber, wenn er frisch aus regionalem Anbau kommt. Dann ist er saftiger, aromatischer und oft preiswerter.

Wie teuer ist Rettich in Saison und Nebensaison?
Rettich gehört meist zu den günstigeren Gemüsesorten. Der Preis hängt aber von Sorte, Größe, Herkunft, Jahreszeit und Händler ab. Weißer Rettich wird häufig pro Stück verkauft. Kleine Wurzeln sind günstiger, große oder besonders schöne Exemplare können etwas mehr kosten.
In der Hauptsaison liegt einfacher weißer Rettich oft ungefähr zwischen 0,80 und 1,50 Euro pro Stück. Bei Angeboten kann er auch günstiger sein. Auf Wochenmärkten richtet sich der Preis stark nach Frische, Größe und regionalem Anbau.
In der Nebensaison kann Rettich teurer werden, besonders wenn er importiert wird oder als Spezialität angeboten wird. Bio-Rettich, Daikon oder schwarzer Rettich liegen je nach Geschäft eher zwischen 1,50 und 3 Euro oder mehr pro Stück. Große Daikon-Wurzeln werden manchmal nach Gewicht verkauft.
Wer günstig und frisch einkaufen möchte, sollte Rettich in der passenden Saison kaufen. Dann ist die Auswahl oft besser und die Qualität besonders gut. Wichtig ist, dass die Wurzel fest ist und keine weichen, schrumpeligen oder stark rissigen Stellen hat.
Rettich selbst anbauen: Geht das im Garten oder auf dem Balkon?
Rettich lässt sich gut im eigenen Garten anbauen, wenn die Bedingungen stimmen. Besonders wichtig ist ein lockerer, tiefgründiger Boden, damit die Wurzeln gerade wachsen können. Ist die Erde hart, verdichtet oder steinig, werden die Rettiche schneller krumm, verzweigt oder ungleichmäßig.
Der Standort darf sonnig bis halbschattig sein. Die Erde sollte gleichmäßig feucht bleiben, aber nicht nass werden. Steht Rettich zu trocken, kann er sehr scharf, holzig oder pelzig schmecken. Regelmäßiges Gießen ist deshalb wichtig, besonders an warmen Tagen.
Die Aussaat richtet sich nach der Sorte. Sommerrettich wird meist im Frühjahr oder Sommer gesät und kann oft schon nach einigen Wochen geerntet werden. Winterrettich braucht länger und kommt eher im Spätsommer in die Erde. Die genauen Zeiten stehen meist auf der Saatgutpackung.
Auch auf dem Balkon ist Rettich möglich, wenn der Topf tief genug ist. Lange Sorten brauchen hohe Kübel oder Pflanzsäcke. Kleinere Sorten können auch in größeren Balkonkästen wachsen. Wer wenig Platz hat, kann alternativ Radieschen anbauen, denn sie wachsen schneller und brauchen weniger Tiefe.
Ein wichtiger Tipp ist, Rettich nicht zu dicht zu säen. Nach dem Keimen sollte man die jungen Pflanzen vereinzeln, damit jede Wurzel genug Platz bekommt und sich gut entwickeln kann.
Mini-Rezept: Frischer Rettichsalat mit Apfel und Joghurt-Dressing
Dieser Rettichsalat ist knackig, frisch und leicht scharf. Der Apfel bringt eine milde Süße dazu, das Joghurt-Dressing macht alles angenehm cremig. Der Salat passt zu Brot, Kartoffeln, Grillgerichten oder als frische Beilage zum Abendessen.
Zutaten
1 weißer Rettich
1 Apfel
3 Esslöffel Naturjoghurt
1 Teelöffel Senf
1 Spritzer Zitronensaft
1 Teelöffel Honig oder Ahornsirup
Frischer Schnittlauch
Salz
Pfeffer
Optional etwas Gurke
Optional ein paar Radieschen
Zubereitung
Schäle den Rettich, wenn die Schale sehr fest oder dick ist. Bei jungen, zarten Wurzeln reicht es manchmal, ihn gründlich zu waschen. Danach den Rettich fein hobeln oder in sehr dünne Stifte schneiden.
Gib den Rettich in eine Schüssel und salze ihn leicht. Lasse ihn etwa 10 Minuten ziehen. Dadurch wird er etwas milder und verliert etwas Wasser. Danach kannst du die Flüssigkeit leicht abgießen oder den Rettich vorsichtig ausdrücken.
Schneide den Apfel in feine Stifte oder dünne Scheiben. Verrühre Joghurt, Senf, Zitronensaft, Honig, Salz und Pfeffer zu einem Dressing. Gib Rettich und Apfel dazu und vermenge alles vorsichtig.
Zum Schluss frischen Schnittlauch darüberstreuen. Wer mag, gibt noch Gurke oder Radieschen dazu. Der Salat schmeckt frisch am besten, kann aber auch kurz im Kühlschrank durchziehen.
Die wichtigsten Nährstoffe im Rettich
Rettich ist ein sehr leichtes Gemüse. Er besteht zu einem großen Teil aus Wasser und enthält nur wenige Kalorien. Deshalb passt er gut in eine frische, kalorienbewusste Küche. Je nach Sorte liegen die Werte meist ungefähr bei 16 bis 25 Kilokalorien pro 100 Gramm.
Dazu liefert Rettich kleinere Mengen an Ballaststoffen, Vitamin C, Kalium und Folat. Besonders interessant sind die Senföle, die für die typische Schärfe sorgen. Sie entstehen vor allem dann, wenn Rettich geschnitten, gerieben oder gekaut wird.
Die Schärfe macht Rettich frisch, würzig und angenehm belebend. Besonders gut schmeckt er roh in Salaten, auf Brot oder als knackige Beilage. Trotzdem ist Rettich kein Wundermittel, sondern ein gesunder Baustein einer ausgewogenen Ernährung. Am besten passt er zu Salat, Kräutern, Kartoffeln, Vollkornbrot, Hülsenfrüchten oder Ei.
Was man beim Verzehr beachten sollte
Rettich ist für die meisten Menschen gut verträglich. Seine Schärfe kann empfindliche Mägen aber reizen. Wer schnell Sodbrennen, Bauchgrummeln oder Druck im Magen bekommt, sollte mit kleinen Mengen starten. Besonders roher Rettich kann recht kräftig wirken.
Durch Salzen wird Rettich milder. Dafür schneidet man ihn dünn, salzt ihn leicht und lässt ihn kurz ziehen. So verliert er etwas Wasser und schmeckt angenehmer. Auch Joghurt, Quark oder etwas Öl können die Schärfe abrunden.
Rettich sollte möglichst frisch gegessen werden. Ist er weich, schrumpelig oder innen hohl, ist er nicht mehr ideal. Holzig gewordener Rettich schmeckt oft trocken und sehr scharf. Beim Einkauf sollte die Wurzel fest und schwer in der Hand liegen.
Auch die Lagerung spielt eine Rolle. Im Gemüsefach des Kühlschranks bleibt Rettich einige Tage knackig. Vorhandenes Grün entfernt man am besten, weil es der Wurzel Wasser entzieht. Danach kann man ihn in ein feuchtes Tuch wickeln oder in einer Frischhaltebox aufbewahren.
Schwarzer Rettich ist oft kräftiger im Geschmack. Wer ihn roh zu intensiv findet, kann ihn fein reiben, kurz ziehen lassen oder mit milden Zutaten aus dem Kühlschrank kombinieren.
Rettich in der Küche: Mehr als nur Brotzeit
Rettich ist in der Küche sehr vielseitig. Roh schmeckt er besonders knackig, frisch und würzig. In dünnen Scheiben passt er auf Butterbrot, Käsebrot, Wurstbrot oder zu herzhaften Aufstrichen. Mit etwas Salz wird daraus ein einfacher Klassiker.
In Salaten bringt Rettich Schärfe und Biss. Er harmoniert gut mit Apfel, Gurke, Karotte, Radieschen, Kohlrabi, Blattsalat, Kartoffeln und frischen Kräutern. Besonders passend sind Schnittlauch, Petersilie, Dill und Kresse.
Auch in asiatischen Gerichten spielt Rettich eine große Rolle. Daikon wird gerieben zu Fisch, Sushi oder warmen Speisen serviert. Außerdem kann er eingelegt, gekocht oder in Suppen verwendet werden. In Korea ist Rettich eine wichtige Zutat für fermentierte Beilagen.
Gekochter Rettich schmeckt deutlich milder als roher Rettich. Er passt in Suppen, Eintöpfe und Pfannengerichte. Besonders Daikon wird beim Kochen weich und nimmt Gewürze und Brühe gut auf. Wer Rettich bisher nur roh kennt, sollte ihn unbedingt auch einmal warm probieren.

Welche Rettichsorten gibt es?
Weißer Rettich ist wahrscheinlich die bekannteste Sorte im deutschen Handel. Er ist lang, hell und schmeckt frisch, würzig bis deutlich scharf. In Bayern wird er oft als Radi bezeichnet und dünn aufgeschnitten zur Brotzeit serviert.
Schwarzer Rettich hat eine dunkle Schale und weißes Fruchtfleisch. Er ist kräftiger, schärfer und gilt als typisches Wintergemüse. Viele kennen ihn auch aus traditionellen Rezepten oder als Hausmittel mit Honig, wobei solche Anwendungen keinen Arztbesuch ersetzen.
Daikon ist ein langer, weißer Rettich, der vor allem in der asiatischen Küche beliebt ist. Er schmeckt meist milder und saftiger als klassischer Sommerrettich. Man kann ihn roh essen, kochen, einlegen oder raspeln.
Radieschen gehören ebenfalls zur Rettichfamilie. Sie sind kleiner, runder und schneller erntereif. Ihr Geschmack ist ähnlich, aber oft milder. Besonders gut passen sie in Salate, auf Brote oder als knackiger Snack.
Woran erkennt man frischen Rettich?
Frischer Rettich fühlt sich fest und prall an. Die Schale sollte glatt, sauber und möglichst unbeschädigt sein. Kleine Druckstellen sind meist nicht schlimm, größere weiche Stellen zeigen aber, dass der Rettich nicht mehr ganz frisch ist.
Wenn noch Grün an der Wurzel sitzt, sollte es frisch und nicht welk wirken. Sehr frisches Rettichgrün kann man teilweise mitverwenden, zum Beispiel fein gehackt in Suppen, Pesto oder Kräuterquark. Vorher sollte es gründlich gewaschen werden.
Ein guter Rettich ist innen saftig und knackig. Wirkt er beim Schneiden trocken, faserig oder hohl, ist er oft zu alt oder falsch gelagert worden. Dann schmeckt er meist deutlich schärfer und weniger angenehm.
Für Salate eignen sich junge, feste Wurzeln besonders gut. Für warme Gerichte dürfen es auch größere Exemplare sein, solange sie noch nicht holzig sind.
Häufige Fragen und Antworten zu Rettich
Ist Rettich gesund?
Ja, Rettich ist kalorienarm, wasserreich und enthält unter anderem Vitamin C, Ballaststoffe und Senföle. Er passt gut in eine frische und ausgewogene Ernährung.
Warum ist Rettich scharf?
Die Schärfe kommt von natürlichen Senfölen. Diese entstehen besonders dann, wenn Rettich geschnitten, gerieben oder gekaut wird.
Wie wird Rettich milder?
Rettich wird milder, wenn man ihn dünn schneidet, leicht salzt und einige Minuten ziehen lässt. Auch Joghurt, Quark, Öl oder Apfel können die Schärfe angenehmer machen.
Kann man Rettich roh essen?
Ja, Rettich wird sehr häufig roh gegessen. Besonders in dünnen Scheiben, als Salat oder auf Brot schmeckt er frisch und knackig.
Kann man Rettich kochen?
Ja, Rettich kann auch gekocht werden. Besonders Daikon eignet sich gut für Suppen, Eintöpfe und asiatische Gerichte. Durch das Kochen wird der Geschmack milder.
Wann hat Rettich Saison?
Weißer Sommerrettich hat in Mitteleuropa meist von Frühling bis Spätsommer Saison. Schwarzer Winterrettich wird eher in den kalten Monaten angeboten.
Wie lagert man Rettich richtig?
Rettich lagert man am besten im Gemüsefach des Kühlschranks. Vorhandenes Grün sollte entfernt werden, damit die Wurzel länger frisch bleibt.
Kann man Rettich einfrieren?
Roh eingefrorener Rettich verliert oft seine knackige Konsistenz. Für rohe Salate ist er danach weniger geeignet. Besser ist es, Rettich frisch zu essen oder vorher zu verarbeiten.
Ist Rettich gut zum Abnehmen?
Rettich kann gut in eine kalorienbewusste Ernährung passen, weil er sehr wenige Kalorien enthält und viel Frische auf den Teller bringt. Entscheidend bleibt aber die gesamte Ernährung.
Was passt gut zu Rettich?
Rettich passt zu Brot, Butter, Quark, Käse, Kartoffeln, Apfel, Gurke, Radieschen, Joghurt, Senf, Schnittlauch und asiatischen Dressings.
Kann man die Schale von Rettich essen?
Bei jungen, zarten Rettichen kann man die Schale nach gründlichem Waschen oft mitessen. Bei älteren oder sehr dicken Wurzeln wird sie meist geschält.
Was ist der Unterschied zwischen Rettich und Radieschen?
Radieschen sind kleiner, meist runder und schneller erntereif. Rettich ist größer, oft länglich und je nach Sorte kräftiger im Geschmack.
Ist schwarzer Rettich schärfer als weißer Rettich?
Oft ja. Schwarzer Rettich schmeckt meist kräftiger und schärfer. Er wird deshalb häufig sehr fein geschnitten, gerieben oder mit milden Zutaten kombiniert.

Rettich ist ein Gemüse, das mehr Aufmerksamkeit verdient
Rettich ist knackig, frisch und würzig. Er bringt mit wenig Aufwand viel Geschmack in einfache Gerichte. Ob als klassischer Radi zur Brotzeit, als frischer Salat, als Zutat in Bowls oder als milder Daikon in warmen Speisen, Rettich lässt sich sehr vielseitig verwenden.
Besonders schön ist, dass Rettich unkompliziert bleibt. Er braucht keine lange Zubereitung, passt zu vielen Alltagsgerichten und lässt sich gut mit wenigen Zutaten kombinieren. Wer ihn zu scharf findet, kann ihn mit Salz, Joghurt, Apfel oder Kräutern milder machen.
In der Saison ist Rettich oft günstig, regional erhältlich und besonders frisch. Damit ist er ein schönes Gemüse für alle, die mehr Abwechslung in die Küche bringen möchten.
Isst du gerne Rettich? Und welche Rezeptideen hast du damit schon ausprobiert? Wir freuen uns über deine Kommentare.
